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Ein 63-Jähriger muss sich wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe vor Gericht verantworten.

Prozess

63-Jähriger soll Ex-Frau zu sexuellen Handlungen gezwungen haben

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Eigentlich sollten nur Dokumente ausgetauscht werden, doch dann kam es laut Anklage zu einem massiven Übergriff: Ein 63-Jähriger soll 2018 sexuelle Handlungen an seiner Ex-Frau erzwungen und sie im Auto festgehalten haben. Nun steht er vor Gericht.

Der Vorwurf, den Staatsanwältin Yvonne Vockert gegen einen Mann erhebt, hat es in sich: Der 63-Jährige soll an seiner getrennt und in Scheidung lebenden Frau gegen deren Willen sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Außerdem habe er sie so unter Druck gesetzt, dass die heute 38-Jährige an ihm sexuelle Handlungen vorgenommen hat. 

Außerdem soll der die Frau gegen ihren erklärten Willen in einem Auto festgehalten haben. Die Anklageschrift stützt sich im Wesentlichen auf die Aussagen der Geschädigten, da sich der Angeklagte "zur Sache" nicht äußern will, wie er durch seinen Verteidiger Henner Maaß mitteilen ließ. 

Ort des Geschehens war eine zum ehemaligen Atomwaffendepot zwischen Alten-Buseck und Daubringen führende Straße, die vorgeworfene Tat ereignete sich im Januar 2018. Sonja Robe, Richterin am Amtsgericht Gießen, und ihre beiden Schöffen haben nun die Aufgabe, die Anschuldigungen zu überprüfen und rechtlich zu bewerten.

Prozess vor dem Amtsgericht: Plötzlich ins Auto gezogen

Zum Prozessauftakt stand die Aussage der Geschädigten im Mittelpunkt. Die Frau aus einem Busecker Ortsteil tritt auch als Nebenklägerin auf. Bei ihren Schilderungen brach sie mehrfach in Tränen aus. Sie berichtete, dass ihr Mann, von dem sie sich einige Monate vor der vorgeworfenen Tat getrennt hatte, ihr "alle wichtigen Unterlagen weggenommen" habe. 

An jenem Tag im Januar letzten Jahres sollten die Papiere und anderes übergeben werden, wie beide zuvor vereinbart hatten. Als sie die Unterlagen gemeinsam anschauen wollten, hatte er auf dem Fahrersitz Platz genommen, sie auf dem Beifahrersitz und ließ die Beine nach draußen baumeln. Plötzlich zog der Angeklagte laut der Schilderung die Frau ins Auto und schloss die Beifahrertür. "Ich habe dreimal versucht auszusteigen", berichtete die 38-Jährige. Mehrfach habe sie gesagt, dass sie Angst habe. Dann ist es laut Anklage zu den Übergriffen gekommen. 

Danach ist die Frau zu ihrem damaligen Freund gefahren und musste sich erst einmal übergeben. Noch am selben Tag erstattete sie Anzeige bei der Polizei. Später suchte sie die Gießener Opferhilfe auf. Die Frau befindet sich bis heute noch in psychotherapeutischer Behandlung. 18 Monate nach den Vorfällen leidet die 38-Jährige immer noch unter Angstzuständen. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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