Wildpflanzen bieten reichlich Nektar

  • vonConstantin Hoppe
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Buseck (con). Die Gemeinde soll bunter, blühender und insektenfreundlicher werden, das ist das Ziel der Aktion »Buseck blüht auf«, die vor fünf Jahren ihren Anfang nahm. Nun stand bereits die achte Veranstaltung an, in der interessierte Bürger über Ziele, Pläne, aber auch das bereits Erreichte informiert wurden - coronabedingt in diesem Jahr als Online-Veranstaltung, der man bequem von zu Hause aus folgen konnte.

Das Onlineformat inklusive Vortrag zum Thema »Naturnahes Grün - Lebensqualität und Artenvielfalt steigern« stieß auf großes Interesse: Rund 40 Teilnehmer schalteten sich ein.

Resistent gegen Hitze

Bislang wurden drei Blühflächen angelegt. Zudem ist man dabei, die Pflege von Straßenrand und Wegrandbereichen zu optimieren. Es gibt ein Beratungsangebot für Bürger und diese können sich kostenlos Saatgut zum Bepflanzen von Blühflächen im Rathaus abholen, wie Klimaschutzmanagerin Larissa Hildebrand ausführte.

Über »Naturnahes Grün« sprach dann Jakob Nolte. Er studiert Biologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und betreut mehrere Projekte zum Thema Grünlandgestaltung, insbesondere im Raum Laubach. Daneben ist er als Experte für Botanik beim Naturschutzbund Laubach tätig.

Sein Vortrag beschäftigte sich mit Blühflächen und ihrem Nutzen für Biodiversität und Insektenfreundlichkeit sowie mit den Herausforderungen, mit denen man sich bei der Grünlandgestaltung auseinandersetzen muss. Nolte ging auf den Klimawandel und die dramatische Austrocknung der Böden ein: »Die Trockenheit ist in Deutschland aktuell noch nicht das Problem wie beispielsweise in Portugal, dort ist die Klimaerwärmung bereits sehr viel präsenter«, sagt er.

Aber nicht nur in dem Bereich gebe es große Herausforderungen: Die Artenvielfalt geht stark zurück. Bei einer Untersuchung auf Flächen in Laubach stellte Nolte einen Rückgang von 84 Prozent der Artenvielfalt auf Grünflächen im Vergleich zu 1887 fest. 34 Prozent der Arten waren ganz ausgestorben. »Auf den meisten Wiesen wachsen noch einige Grasarten, aber es blüht fast nichts mehr«, sagte er.

Für eine möglichst blühende und diverse Landschaft setzt Nolte deshalb vor allem auf einheimische Wildpflanzen: »Diese können auch gut zur Gartengestaltung eingesetzt werden. Pflanzen wie Wegwarte, Wiesensalbei, Teufelskralle, Ehrenpreis, Krokusse oder auch Lauch lassen viele Zuchtpflanzen alt aussehen.« Und Wildpflanzen böten im Gegensatz zu vielen Zuchtpflanzen auch reichlich Nektar für Insekten. Auch Schotterflächen eignen sich gut für das Anlegen von Blühflächen, sagte der Experte. Viele Wildpflanzen sind sehr resistent gegen Hitze und Trockenheit und können in verschiedenen, mehrjährigen Konzepten gepflanzt werden. Wichtig dabei ist die Zusammensetzung des Schotters, mit großem Feinanteil, in dem die Pflanzen wurzeln können. Die Gestaltung der Landschaft sollte dem Ziel folgen, möglichst strukturreiche Flächen mit Hecken als Wanderoption für Tiere zu schaffen. FOTO: CON

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