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Besucherinnen in der ersten Ausstellung im neu gestalteten Veranstaltungsraum.

Weltgeschichte im Detail

  • VonVolker Heller
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Buseck (vh). Nach der Sanierung soll die frühere Synagoge in Großen-Buseck nun ein Ort der Begegnung werden. Der Verein Freundeskreis Anger 10 und die Gemeinde Buseck haben das Erdgeschoss renoviert. Im Veranstaltungsraum gibt es aktuell die erste Ausstellung. Sie hat das Thema »Menschenbewegungen - Flucht und Vertreibung - Anger 10«.

Als die Flüchtlinge ankamen

Bis in die Weihnachtszeit hinein sollen die Exponate bleiben. An den Sonntagen im November sind die Vorstandsmitglieder Volker Herche und Bernd Apel vor Ort. Sie informieren die Besucher dann über die Geschichte des Ortes, über einzelne Ausstellungsgegenstände und was es mit den Flüchtlingen auf sich hat.

Das Gebäude Anger 10 gehörte der jüdischen Gemeinde von 1846 bis zur Reichspogromnacht 1938. Bis Anfang der 40er Jahre hätten hier die letzten Juden gelebt, sagte Apel anlässlich der ersten Sonntagsöffnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Heimatvertriebenen, vor allem Deutsche aus dem Sudetenland. Eine Karte von Großen-Buseck zeigt die Standorte der Häuser jüdischer Bürger und Vertriebenen. Die Vorfahren der Sudetendeutschen seien einst vom Westen in den Osten gezogen, so Apel. Ähnlich ist es mit den Russlanddeutschen. Die Vorfahren derjenigen, die nach 1985 in Deutschland ankamen, waren zuvor durch Zarin Katharina nach Russland geworben worden.

Die große Weltgeschichte heruntergebrochen in kleinen Geschichten, das bietet die Ausstellung. In einem Aktenschrank liegen 25 bis 30 Interviews zum Herausnehmen und Lesen. Sind Herche oder Apel vor Ort, dann tragen sie Beispiele dieser Geschichten vor. Flüchtlinge, Vertriebene und deren Nachkommen schildern darin ihre Erfahrungen.

Zu Wort kommen auch Einheimische. Man wollte wissen, wie es wahrgenommen wurde, als die Zugewiesenen ankamen. Eine Holzkiste mit Inhalt steht im Raum: In solchen Behältnissen hatten Heimatvertriebene das Nötigste mitgenommen. An einer anderen Stelle sind Transportbehältnisse aus Karton und Plastik drapiert. Damit kommen heutzutage die Flüchtlinge an.

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