Ex-Mitarbeiter angezeigt

Weiterer Betrugsfall im Rathaus

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Buseck (jwr). Ein früherer Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, der im Oktober wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, hat offenbar in größerem Ausmaß als bislang bekannt Geld der Gemeinde unterschlagen: Der Mann habe bereits 2018 drei Überweisungen, die ein von der Gemeinde beauftragtes Unternehmen hätte erhalten sollen, auf sein Konto umgeleitet, erläutert Bürgermeister Dirk Haas auf Anfrage.

Es gehe dabei insgesamt um einen Betrag zwischen 10 000 und 20 000 Euro. Diese Tat habe der Beschuldigte ihm gegenüber gestanden. Hintergrund war laut Haas die Beauftragung einer Prüfung durch die Revision beim Landkreis, bezogen auf den bereits bekannten Betrugsfall: Über die Überprüfung seiner Konten musste der Mann laut Haas informiert werden - und im Zuge dessen habe er den zweiten Vorfall eingeräumt, ohne Details zu nennen. Daraufhin habe man gezielt gesucht, der Verdacht habe sich bestätigt.

Als Reaktion darauf sei der Arbeitsvertrag des Mitarbeiters im November aufgelöst worden, da nun klar gewesen sei, dass er zuvor falsche Angaben gemacht habe. Außerdem habe die Gemeindeverwaltung unmittelbar Anzeige erstattet.

Die Betrugsfälle sind auch Gegenstand eines Akteneinsichtsausschusses, der am Montag, wie berichtet, erstmals getagt hat. Das Amtsgericht hatte den Ex-Mitarbeiter bereits im Oktober wegen der Fälschung eines Beitragsbescheids der Unfallkasse Hessen verurteilt, in diesem Fall ging es laut Staatsanwaltschaft Gießen um einen Betrag von mehr als 6000 Euro.

Inwieweit hat die Gemeindeverwaltung angesichts der Betrugsfälle inzwischen Abläufe verändert? Falls die Kommune eine Mitteilung über eine geänderte Kontonummer eines Lieferanten erhalte, frage man dies nun sicherheitshalber noch einmal beim jeweiligen Unternehmen ab. Dies habe die Revision empfohlen, »wir haben nachgesteuert«, so Haas. Unabhängig von den Fällen habe die Verwaltung Ende 2019 auf »elektronischen Workflow« umgestellt. Nun würden Rechnungen stets digitalisiert, »jede Rechnung ist auf Knopfdruck nachvollziehbar«. So ließen sich Zahlungsvorgänge wesentlich leichter nachvollziehen als zuvor.

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