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Blick vom Holzpfad in Richtung Süden auf das Gewerbegebiet Flößerweg. Der Feldweg firmiert als Verlängerung der Straße Kiesacker unter dem Begriff Planstraße A.

»Warum schmeißen wir Geld raus?«

  • VonVolker Heller
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Buseck (vh). Im kleinen Saal des Kulturzentrums tagte der Busecker Bauausschuss. Dort diskutierten die acht Mitglieder über die künftige Erschließungsstraße für eine Erweiterungsfläche im Gewerbegebiet »Flößerweg« bei Alten-Buseck. Wo momentan die Straße Kiesacker rechts vom Styrowerk Lukas Rykiert in nördlicher Richtung quasi im Nichts endet, soll eben diese unter dem Begriff »Planstraße A« bis zum Holzpfad weiter geführt werden.

Das Gladenbacher Unternehmen Hydroflex hat bereits am südlichen Rand der neuen Fläche seine Zentrale errichtet und ist noch über den Kiesacker erschlossen. Die Nord-Süd-Achse führt demnach von der ehemaligen Hobbywelt den Kiesacker hoch zum Holzpfad. Im Bedarfsfall, falls einmal genügend Interessenten vor der Türe stehen, soll der Holzpfad zwischen Flößerweg und einem Wendehammer rechts den Abzweig Kiesacker für Lastzüge bilden. So weit ist es aber noch nicht.

Lastwagen werden immer breiter

Die Planstraße A beanspruchte bezüglich Gestaltungsdetails die ganze Aufmerksamkeit des Bauausschusses.

Frank Müller (CDU) beantragte nach einigem Hin und Her, die Sache an den Gemeindevorstand zurück zu verweisen. Vor dem erneuten Diskurs solle ein Planer nachbessern. Müller fand die Beschlussvorlage »nicht entscheidungsreif«. Bei fünf Jastimmen wurde dem entsprochen.

Seine Forderungen sind »nur notwendige Fahrbahnbreiten«, »so viel wie möglich Biodiversität«, »Lkw-Fahrer sollten nicht parken«. Wesentliche Unterstützung erhielt Müller vom Freien Wähler Immo Zillinger. Dem war die beabsichtigte Breite der Planstraße von 6,50 Meter auch ein Dorn im Auge.

Bloß weil der bisherige Kiesacker so großzügig ausgebaut sei, müsse man seine Verlängerung nicht ebenso gestalten. Zillinger: »Warum schmeißen wir dort das Geld raus?«

Müller formulierte Zielvorgaben seines Antrags. Der Planer solle nur die notwendige Breite vorgeben (5,50 Meter seien genug), Klimaziele erreichen (Grünstreifen alternativ), Wassermanagement (Hanglage nach Norden, daher Flächen zum Versickern), keine Parkplätze (auf Randstreifen) für die Brummis.

Bauamtsleiter Michael Thelen informierte, dass der untere Kiesacker auf jeden Fall grundsaniert werden solle und der künftige obere Kiesacker (Planstraße A), bisher ein Feldweg, ausgebaut werde. Lkw würden zunehmend breiter. Thelen: »Wir sollten den Kiesacker in seinem Querschnitt nach oben durchziehen«. Auf die Planstraße B, die sogar sieben Meter breit werden solle, könne man vielleicht verzichten. Sie stehe zur Debatte, falls eines Tags der Daubringer Pass als Umfahrung gebaut würde.

Eckhard Neumann (CDU) bestätigte die Notwendigkeit von 6,50 Meter aus seiner Berufspraxis. Warum wohl seien die Bankette auf der Straße zwischen Großen-Buseck und Rödgen in so schlechtem Zustand, wollte er wissen und gab die Antwort. Wenn etwa ein Laster und ein Bus sich begegneten, müsse jeder auf der zu schmalen Straße ausweichen. Nicht nur die Fahrzeuge, auch deren Außenspiegel seien heute breiter ausgelegt.

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