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Die "Sing-Factory" singt nicht nur von der "Warteschleife", sondern stellt die Situation auch dar.

In der Warteschleife

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Buseck (siw). Zweijährige stecken normalerweise noch in den Kinderschuhen. Nicht so die vor zwei Jahren als Projektchor gegründete und inzwischen fest etablierte Formation "Sing Factory" der Sängervereinigung Germania Alten-Buseck. Gabriela Tasnadi hat den jungen und höchst motivierten Chor (Mitwirkende von 9 bis 69 Jahren) in relativ kurzer Zeit zu einem harmonischen Klangkörper geformt. Einzig Männer mit tiefen Bassstimmen fehlen.

Die jedoch musste man beim zweiten Herbstkonzert der "Sing Factory" nicht gänzlich vermissen, denn sie waren im Gastchor Polyhymnia Beuern zu finden. Allseits gab es Lob für ein wunderbares Konzert in einer angenehm lockeren Atmosphäre. Nach dem stimmungsvollen Abschlusslied "Hallelujah" von Leonhard Cohen hatten die Sänger von "Sing Factory" längst den Saal der Brandsburg verlassen, da wurde noch immer frenetisch applaudiert.

Schnippsend zur Bühne

Anfangs flanierten die Jugendlichen schnipsend zur Auftrittsfläche, intonierten stimmsicher "Je ne parle pas francais" von Namica. Dabei übernahmen Lina Lachmann und Nelly Karber einen Solopart. Zu den zwölf jungen Damen gesellten sich hiernach vier Tenöre, sangen mit ihnen "You let me walk alone". Dann schließlich erfreute der gesamte Chor mit "Shallow", "The Sound of silence" und "Perfect" und wurde dafür regelrecht bejubelt.

"Nina", ein Csárdás für Männerchor und Klavier (gespielt von Chorleiter Jens Kempgens), brachte die Polyhymnia Beuern mit sehnsüchtigem Schmelz in den Stimmen bei den leisen Passagen und starkem, ja geradezu feurigem Gesang an anderer Stelle mit. "Klasse, das hab ich ja noch nie gehört", sagte eine Besucherin zum lustigen Vortrag von "Der Konrad" aus der Feder des verstorbenen Pohlheimers Hans Weiß. Auch die weiteren Darbietungen der Männer, darunter ein von Kempgens arrangiertes 1960er-Medley, gefielen sehr. Bei der Zugabe "Fürstenfeld" sangen und klatschten alle mit.

Daniela Fleischhauer, eine ausgebildete Musicaldarstellerin, setzte mit "Ich gehör nur mir" aus "Elisabeth" und "Gold von den Sternen" aus "Mozart, das Musical" weitere Glanzlichter in einem Programm mit durchweg hohem Unterhaltungsfaktor. Als ein "Goldkehlchen" wurde sie von Patricia Steinbach angekündigt. Damit hatte die Germania-Vorsitzende nicht zu viel versprochen.

Mit einem Anfangs-Solo von Bernd Karber leitete die "Sing Factory" mit "A million dreams" zur "Warteschleife" über. Dazu nahmen die Jugendlichen auf schnell herbeigeschafften Stühlen Platz und holten ihre Handys hervor. Nicht nur durch diese mimische Darstellung des Nerventests vermittelte das Lied einen hohen Wiedererkennungsfaktor. Mit dem "Winter Largo" steuerte die "Sing Factory" das Finale an.

Der Erfolg wurde anschließend einen Stock höher ausgiebig gefeiert. Ob die beiden vom Polyhymnia-Vorsitzenden Daniel Rac überreichten Flaschen "Mirabellentraum" den Abend "überlebt" haben, ist nicht bekannt...

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