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Dass es sich beim Beuerner Sportplatz um einen Tennenplatz handelt, ist an manchen Stellen kaum noch zu erkennen.

Warten auf das neue Spielfeld

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Der Beuerner Sportplatz harrt der Sanierung. Vertreter des FSV drücken aufs Tempo, fühlen sich von der Verwaltung hingehalten. Bürgermeister Dirk Haas entgegnet, der Zeitplan sei längst bekannt, bald könne es losgehen. Nun soll ein Gespräch Schwung in das Thema bringen.

Botaniker hätten an diesem Sportplatz vielleicht viel Freude, die Fußballer des FSV Beuern dagegen schon länger nicht mehr. Karl-Friedrich Pötz schreitet über das rote Feld und reißt ein Büschel Unkraut heraus. »Wenn ein Spieler darin hängen bleibt, droht Verletzungsgefahr«, sagt er. Dass es sich um einen Ascheplatz handelt, ist nicht auf der gesamten Fläche erkennbar, teils hat die Natur das Feld erobert.

Das ist laut dem Vereinsvorsitze nden nicht das einzige Problem: Das deckende Granulat sei stellenweise komplett abgetragen, die Tragschicht und grobes Gestein kämen durch. Nicht zuletzt entstehe beim Training nach Trockenheit so viel Staub, dass man sich um die Gesundheit sorgen müsse, »und wir wässern schon ohne Ende«. Dass der Beuerner Sportplatz einer Sanierung bedarf, ist in der Kommunalpolitik weitgehend unstrittig, und das gilt auch für andere Sportstätten der Gemeinde. Gemeinsam mit externen Beratern haben sich die Sportvereine mit der Verwaltung zusammengesetzt und einen Sportstätten-Entwicklungsplan erarbeitet. Er legt Bedarfe dar und beschreibt, wo was zu tun ist. Auch die Verantwortlichen beim FSV haben diesen Prozess als sinnvoll empfunden.

Doch allmählich kommt ihnen merklich die Geduld abhanden. »Mindestens fünf Jahren warten wir schon auf die Sanierung«, sagt Trainer Mike Adams. Zurzeit trainieren die Beuerner meist im Exil, etwa in Großen-Buseck. Nach der Corona-Pause startet in ein paar Wochen der Spielbetrieb - aller Voraussicht nach aber nicht auf dem Beuerner Platz.

»Wir können zurzeit kein Jugendtraining anbieten«, sagt Pötz. Die Platzverhältnisse seien zu gefährlich. Selbst Beuerner Kinder müsse man bereits abweisen. Ohne eigenen Nachwuchs sei man aber immer mehr auf Zugänge von anderen Vereinen angewiesen. Doch Interessenten winkten mitunter ab, wenn sie den Platz sähen, schildert Steffen Stockmann, Spielertrainer und sportlicher Leiter beim FSV: »Noch können wir den Kader zusammenhalten, aber langsam glauben manche nicht mehr, dass der Platz bald gemacht wird. Man muss die Spieler immer neu motivieren und hinhalten.« Pötz vermisste bislang Aussagen zu einem klaren Zeitplan.

Busecks Bürgermeister Dirk Haas zeigt sich eher erstaunt über das Drängen der FSV-Vertreter. »Der Zeitplan ist mit den Vereinen vereinbart und steht schon länger fest.« Es sei stets klar gewesen, dass zunächst der Sportplatz in Trohe angegangen werde. In Beuern hatte die Verwaltung zudem zu klären, welche Oberfläche der Platz erhalten soll. Das bisherige Granulat dürfe man nicht mehr in Umlauf bringen.

Laut Haas soll der Beuerner Platz im Gegensatz zu anderen Sportfeldern ganzjährig genutzt werden können, um auch die Hallen im Winter ein Stück weit zu entlasten. Das erhöhe die Anforderungen an die Sanierung. »Der Gemeindevorstand hat nach mehrfacher Beratung einen Kunstrasenplatz befürwortet«, sagt Haas. Noch im Juli werde ein Gespräch mit den Fußballvereinen stattfinden, um Details zu besprechen, etwa welche Struktur das künstliche Grün haben soll. Haas geht davon aus, dass eine »endgültige Entscheidung« in der übernächsten Sitzung der Gemeindevertretung getroffen wird. Dann könne auch die Planung für das Umfeld des Allwetterplatzes samt Beachvolleyballfeld und Rad-Parcours beginnen. Mit den Sportvereinen sei besprochen gewesen, dass der Troher und Beuerner Platz nicht gleichzeitig saniert würden, da sonst zwei Sportflächen gesperrt wären.

Vorgesehen ist laut Bürgermeister, dass die konkrete Planung für Beuern noch 2021 ausgeschrieben wird und je nach Ergebnis die Arbeiten im Winter beginnen können. Voraussichtlich im September 2022 werde der neue Belag bespielbar sein, also genau ein Jahr später als jener in Trohe.

Diesen Sommer sei auch ein Gespräch mit allen Busecker Sportvereinen geplant, um die Sportstätten-Entwicklung weiter voranzubringen. »Mit diesem Prozess wären wir vielleicht schon weiter, wenn Corona nicht gewesen wäre«, sagt der Bürgermeister. Treffen in größerer Runde seien lange Zeit nicht möglich gewesen. Pötz, Adams und Stockmann hoffen unterdessen weiter, dass auf ihrem Platz die Bagger möglichst bald rollen. »So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie«, klagt Adams mit Blick auf die rot-grüne Wiese. Vorsitzender Pötz freut sich derweil darüber, dass die Verwaltung jetzt zu einem Gespräch mit Beteiligung der Planer eingeladen hat: »Es geht was voran.«

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