Ein Blumenschmuck für das eigene Betriebsfest - umgesetzt mit Seiten aus Fachzeitschriften. FOTO: SIW
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Ein Blumenschmuck für das eigene Betriebsfest - umgesetzt mit Seiten aus Fachzeitschriften. FOTO: SIW

Visueller Ausflug an die Nordsee

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck(siw). Als am Nachmittag Eltern und Ausbilder am Kulturzentrum in Großen-Buseck eintrafen, um die kreativen Arbeiten der praktischen Prüfung von 13 zukünftigen Floristen zu bewundern, lag hinter den Teilnehmern ein langer Tag. Um sieben Uhr haben sie mit dem Aufbau und der Anfertigung der Blumen-Arrangements begonnen. Da die Prüflinge zwischen Dillenburg und Frankfurt wohnen, waren einige zuvor eine ganze Weile auf der Straße unterwegs. Und die Materialien wie Bauteile, Wannen und Vasen sowie frische Blumen und Pflanzen mussten verladen werden.

Eine Absolventin benötigte gleich zwei Fahrzeuge, um alles Notwendige unterzubringen. Ihr Thema in der Sparte "Gesteck" war "Reisebüro". Das bot viel Spielraum, den sie für einen visuellen Ausflug an die Nordsee nutzte, Sand und Muscheln inbegriffen.

Die auf den ersten Blick schwierige Aufgabe, nämlich Sargschmuck für einen Verstorbenen aus der Drag-Queen-Szene zu fertigen, wurde in vielen Rottönen von einer anderen jungen Frau bewältigt.

Der Prüfung war eine dreijährige Ausbildung vorangegangen, als Arbeitsproben mussten ein Strauß, ein Gesteck und eine Pflanzung fertiggestellt werden.

Ulla Duchardt, Leiterin für den "grünen Bereich" im Berufsbildungswerk Karben, wollte zwar nicht viel verraten, "aber ganz auf die Folter spannen will ich Euch nicht: Alle haben die praktische Prüfung bestanden". Kein Wort zu der Bewertung, zu den gesammelten Punkten. Es gab also noch keinen Anlass zum Gratulieren und Feiern, denn das Prüfungsverfahren ist nicht abgeschlossen, die Ergebnisse aus der Theorie stehen noch aus. Der geänderte Ablauf ist Corona geschuldet.

Bürgermeister Dirk Haas lobte die beeindruckenden Exponate, die vielfältige und fantasievolle Umsetzung der Themen und die Anpassung an aktuelle Trends. Diese Entwicklung konnte er in den letzten Jahren beobachten, da die Floristen nicht zum ersten Mal ihre praktische Prüfung im Kulturzentrum ablegten.

Dazu sagte Duchardt: "Der Saal und das Foyer bieten viel Platz, der insbesondere für die Umsetzung großflächiger Raumfloristik benötigt wird. Der breite Weg zum Eingang und das angrenzende Atrium eignen sich gut für Pflanzarbeiten, die logistischen Bedingungen für die Anlieferung der schweren Materialien sind optimal."

Rainer Volk, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, dankte den langjährigen ehrenamtlichen Mitgliedern im Prüfungsausschuss, Norbert Brodda, Joachim Heyer, Christina Reber-Volz, Ingrid Kaden und Anja Steiß.

Mitte Juli können die Absolventen über ein Online-Portal der IHK ihr persönliches Ergebnis einsehen. In Corona-Zeiten ist eben vieles anders.

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