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Vorfahrt für Radler beim Fahrrad-Flashmob in Großen-Buseck.

Verkehrswende in Buseck

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Buseck (con). Plötzlich ist die Kreuzung einfach mal für ein paar Minuten dicht: Mit einem Fahrrad-Flashmob hat am Samstag die Initiative "Verkehrswende in Buseck" auf sich aufmerksam gemacht.

Fahrräder, die minutenlang im Kreis fahren, Musik und lachende Menschen: Was recht spaßig aussieht, hat einen ernsten Hintergrund. Zu der Aktion - ein Flashmob, wie es die Initiative "Verkehrswende in Buseck" nennt - war im Rahmen eines Aktionstages eingeladen worden. Es ist ein Traum, der die Mitglieder der Initiative verbindet: "Dort, wo jetzt Autos parken, wachsen Tomaten, Erdbeeren und Blumen", sagt Beate Allmenröder. "Nachts können alle mit offenen Fenstern schlafen, weil es ruhig ist und keine Abgase die Luft verpesten." Allein diese Wunschvorstellung könnte sich schon zu großen Teilen verwirklichen lassen, wenn die Busecker Bevölkerung statt innerörtlicher Autofahrten einfach das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen würde.

Wie könnte ein Wiesecktal mit weniger Autos und mehr Fahrrädern aussehen? Und noch viel wichtiger: Wie lässt sich das erreichen? Diese Fragen standen beim Aktionstag im Vordergrund. Dazu wurde der Schützenweg in Großen-Buseck für einen Nachmittag zu einer Fahrradstraße: Für Pkw gab es (fast) kein Durchkommen mehr - stattdessen wurde dort geradelt, gespielt und gefeiert.

Fast kein Durchkommen für Autos

Und damit auch der am Schützenweg vorbeirauschende Autoverkehr etwas vom Aktionstag mitbekam, hatte sich die Initiative etwas ganz Besonderes ausgedacht: Mit mehreren Fahrrad-Flashmobs blockierten die Aktivisten den Kreuzungsbereich Schützenweg/Bismarckstraße/Pfingstweide und machten so auch auf die Forderung aufmerksam, hier einen Kreisverkehr einzurichten. Zentrum des Flashmobs war dabei stets ein großer Erdball. "Es gibt keinen Planet B", so der Aufruf. Und für die Autofahrer hieß es für einen Moment: Stehen bleiben, denn auf der Kreuzung gab es kein Durchkommen mehr. Aber auch am Samstag gab es einige Autofahrer, die wenige Minuten Verzögerung schwer aushalten konnten und schon einmal auf die Hupe drückten. Der Partystimmung der Radfahrer tat das aber keinen Abbruch.

In Sternfahrten kamen Radler aus der Region nach Großen-Buseck, um an dem Aktionstag teilzunehmen und bei Fahrraddemos durch den Ort zu radeln. Neben den Flashmobs informierten Mitglieder der Initiative auch über ihre Forderungen: So wird beispielsweise vorgeschlagen, den Hessen-Radweg R7 durchs Wiesecktal durchgehend zu einer Fahrradstraße zu machen, inklusive Stichstraßen zu den Wohngebieten. Auch die Vogelsbergbahn ist Teil des Verkehrswendekonzepts der Initiative: Wenn diese ausgebaut und auch das Buslinienkonzept umgestellt würde, bräuchte man sein Auto kaum noch, so das Argument.

Diese Möglichkeiten wurden im Rahmen eines Polittalks mit Vertretern der Kreistagsfraktionen der Gießener Linken, der SPD und der Grünen diskutiert. Die Freien Wähler sagten ihre Teilnahme kurzfristig ab, von CDU, AfD, FDP und Piraten gab es auf die Einladung zum Aktionstag keine Rückmeldungen.

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