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Tauben hinterlassen am Rinnerborn in Alten-Buseck unverkennbare Spuren. (siw)

Taubenplage im "Sonnenland"

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Buseck (siw). Das Problem ist in ganz Deutschland bekannt: Tauben nisten sich auf dem Balkon, dem Dachboden und unter Modulen von Fotovoltaikanlagen ein. Sie bringen Schmutz und Parasiten mit. Frischer Taubenkot birgt ein hohes infektiöses Potenzial. Mit einer regelrechten Taubenplage hatte kürzlich auch die Sonnenland Bürgerenergiegenossenschaft zu kämpfen.

"Spikes" als Problemlösung

"Die Bewohner von Häusern, deren Dächer mit unseren Fotovoltaikanlagen bestückt sind, beschwerten sich über die Belästigung durch Taubenkot und Lärm. Dachrinnen setzten sich zu, sodass es bei starkem Regen zum Überlauf kam. Bei einigen Anlagen gab es sogar einen kurzzeitigen Ausfall," berichtete Franz Borgmann. Zur Ursache erklärte der Sonnenland-Vorstand: "Wenn die Tauben die Kabel in ihre Nester ›einbacken‹, entsteht ein zu geringer Isolationswiderstand. Dies wird als ein Isolationsfehler angezeigt, infolge schaltet sich die Anlage ab. Wie in der normalen Hauselektrik ist die Abschaltschwelle so gering, dass keine weiteren Schäden verursacht werden können."

Die Sonnenland eG ergriff Abwehrmaßnahmen: Mit sogenannten "Tauben-Spikes" wurden bislang acht Dächer bestückt. Die Schutzgitter liegen zwischen den Modulen und den Ziegeln. Die Gitter wurden rundum angebracht, sodass die Tauben nicht mehr unter das Modulfeld gelangen können. Eine Verletzungsgefahr für die Tiere besteht dabei nicht. Die Kosten für diese Maßnahmen betrugen je nach Ausführung und Dachgröße 2000 bis 3000 Euro pro Dach.

Vor drei Jahren fing es bei Sonnenland an: Die ersten Tauben bauten ihre Nester. Dann wurden es immer mehr. "Dabei handelt es sich nicht um Wildtauben, sondern um Zuchttauben, die nicht in ihren Schlag zurückgekehrt sind", erklärte Borgmann.

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