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Die Wissenschaftler wollen das Sozialverhalten der Gruppe manipulieren.

Der Status sagt nicht alles aus

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Buseck (siw). Fortschritt ist die Verwirklichung der Utopie, doch wissenschaftlicher Fortschritt muss nicht immer ein Segen sein. Das zeigte sich in dem sozialkritischen Musiktheaterstück "Das Experiment", das am Donnerstagvormittag und nochmals am frühen Abend im Kulturzentrum aufgeführt wurde. Hochaktuell und mit einer äußerst beklemmenden Botschaft.

Die Schüler der Theater-AG 7 bis 10 der IGS Busecker Tal entführten ihre Gäste in einen gesellschaftlichen Versuch. Sieben Jugendliche, eingesperrt in einer Lagerhalle, werden zu unfreiwilligen Testpersonen dreier Wissenschaftler und eines Professors. Mithilfe von topaktuellen Sync-Armbändern, deren Farbe anzeigt, wie erfolgreich sein Träger ist, soll das Gruppenverhalten manipuliert werden. Doch die Jugendlichen mit ihren sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten interessiert nur: Wer hat uns entführt und warum? Wie kommen wir hier wieder raus? Wer soll entscheiden, was zu tun ist - die Intelligenteste oder diejenige mit dem höchsten Armbandstatus? Was passiert mit dem naiven Flo, der kein Armband trägt und auf seinen gesunden Menschenverstand setzt?

Ruhm ohne Verstand

Während das Experiment völlig aus dem Ruder läuft, kann die Aufführung in jeder Beziehung nur als ein voller Erfolg gewertet werden. Sämtliche Akteure spielten ihre Rolle mit Leidenschaft und der nötigen Ernsthaftigkeit. Hervorzuheben ist Nele Leimbach, die mit Bravour die Doppelrolle als skrupelloser und machtgeiler Wissenschaftler und als eingesperrte Jugendliche meisterte. Die Theater-AG stand unter der Leitung von Konstantin Seitz-Becker, Marion Bathe und Tyjana Krumke. Die Botschaft: Ruhm und Reichtum ohne Verstand sind ein unsicherer Besitz und das Instrumentalisieren der Masse ist gefährlich. "Wir sollten nie aufhören, uns zu fragen, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte", so der Professor (Kai Deines).

Die Instrumental-AGs 7/8 (Bläserband, Gitarren, Keyboarder) und die Musikschulband "The Flickers" steigerten durch die passende Musik die Spannung der Handlung. Zum Abschluss spielten alle gemeinsam "Fade to Grey", während die Theaterspieler auf der Bühne mit ernsten Gesichtern in einer Reihe standen, um den anschließenden stürmischen Applaus gemeinsam mit den Musikern entgegenzunehmen. Das Stück würde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Förderkreis der IGS unterstützt.

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