Diskussionsrunde in Buseck

SPD-Genossen wollen nicht "Fußabtreter" sein

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Buseck (pm). Der SPD-Ortsverein Buseck hatte nun zu einem politischen Frühschoppen mit dem stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden und hessischen Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel in die "Bürgerhausgaststätte Oppenrod" geladen. Ortsvereinsvorsitzender Norbert Weigelt leitete die Diskussionsrunde. Eingeladen wurde zu dem Thema "Ein neuer Sozialstaat für eine neue Zeit". Dazu kam es allerdings nicht, denn die aktuellen Ereignisse des Sonntagvormittags bestimmten die Debatte: Der Rücktritt von Andrea Nahles.

Schäfer-Gümbel konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass er einen Tag später zu einer Dreierspitze gehören wird, welche die Partei übergangsweise führt. In Buseck kritisierte er am Sonntag, dass einige Parteigrößen verbal auf Nahles "eingedroschen" hätten. Hinzu käme das ungeschickte Verhalten der Vorsitzenden.

Die Klimafrage sieht Schäfer-Gümbel nicht als die alleinige Ursache für den SPD-Absturz bei den Wahlen und den Umfragen. Man müsse klären, wofür die Partei steht und mehr über inhaltliche Fragen miteinander reden. Schäfer-Gümbel warnte vor einem unüberlegten Ausstieg aus der Großen Koalition mit der CDU. Denn die SPD habe entgegen landläufigen Schlechtredens einiges erreicht und könne noch mehr auf den Weg bringen, etwa die Grundrente und ein Klimaschutzgesetz.

"Warum sind wir die ›Fußabtreter‹ der Nation und lassen uns das gefallen?", fragte ein verärgerter Genosse. Schäfer-Gümbel schrieb seiner Partei ins Stammbuch, dass SPD-Forderungen auch von der SPD gelebt werden müssten. Er kritisierte auch die Marktgläubigkeit seiner Partei, was eine Abkehr vom früheren SPD-Standpunkt sei.

Direkt im Anschluss an die Diskussionsrunde fuhr Schäfer-Gümbel nach Berlin - mehr hierzu lesen Sie auf unseren Politikseiten.

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