Sonnenland eG auf Erfolgskurs

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Buseck (siw). Bei der Mitgliederversammlung der Sonnenland Bürgerenergiegenossenschaft eG freute man sich über den Sommer 2018: Die intensive Sonneneinstrahlung sorgte für mehr Stromproduktion und ein Plus bei den Umsatzerlösen um 21 000 Euro auf insgesamt 330 000 Euro. Tolle Erträge sind aber nur die Vorderseite der Medaille.

Vorstandsvorsitzender Uwe Kühn beleuchtete auch die erschreckende Seite: Rekordwerte beim Kohlendioxidausstoß und bei Methan. "Klimapolitik ist endlich das große Thema, erneuerbare Energien haben es in die erste Reihe geschafft. Aber es wird politisch nicht richtig angegangen. Wir im Vorstand arbeiten mit einem gewissen Zorn, doch es kann ja auch nicht sein, dass sich keiner kümmert", sagte er.

Die Sonnenland eG hat derzeit 495 Mitglieder. Diese hätten laut Kühn bei ihrer Investition in die Klimaverbesserung eine solide Geldanlage gewählt. Von 2010 bis 2018 wurden 670 000 Euro an Zinsen und Dividenden ausgeschüttet, 2019 die Rekordsumme von 150 000 Euro.

Detaillierte Zahlen aus gestiegenen Umsatzerlösen für Solaranlagen und Dienstleistungen sowie der Bürgerwerke Heidelberg (zuständig für die Stromvermarktung) legte Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Reitz vor. Der Jahresüberschuss beträgt 40 000 Euro, die Bilanzsumme beläuft sich auf 2,845 Millionen. Da im Berichtsjahr keine neuen Anlagen ausgeschrieben wurden, hat sich der Mitgliederstand lediglich um 15 erhöht. Die Versammlung beschloss eine Dividende von sechs Prozent. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet. Für den Aufsichtsrat wurden Holger Schmitt (Fernwald) und Rudolf Ziegler (Buseck) auf drei Jahre gewählt. Ausgeschieden ist auf eigenen Wunsch Matthias Szubries. Als Ersatz wird ein Aufsichtsratsmitglied mit Rechtssachverstand gesucht. Da sich aus der Versammlung niemand fand, will sich der Vorstand bemühen, die Vakanz schnellstmöglich zu schließen.

In Planung befindet sich der Bau eines Solarparks zwischen Alten-Buseck und Daubringen sowie in Oppenrod (an der Autobahn 5 Nähe der Kartbahn) auf jeweils einem Hektar Fläche mit zirka 738 kWp Leistung und einem Gesamtinvestitionsvolumen von über einer Million Euro. Die Finanzierung soll über Nachrangdarlehen erfolgen. Weitere Projekte sind Dachanlagen mit Fotovoltaik in der Rabenau (Kita Rabennest und Gemeindeverwaltung) und in Staufenberg (Kita Jahnstraße, Feuerwehr und Bauhof). Der Vorstand der Sonnenland eG befürwortet Windkraft, kann sich aber aufgrund des erhöhten Risikos und der geringeren Rendite hier nur eine moderate Beteiligung vorstellen. Kühn warb zudem bei den Mitgliedern der Genossenschaft dafür, den eigenen Strom auch zu beziehen.

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