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Angebote, wie Tiere aus Pfeifenputzerdraht basteln - hier ein Archivfoto der Busecker Ferienspiele -, sollen den Kindern in den Sommerferien ermöglicht werden. FOTO: PM

Sommerferienspiele trotz Corona?

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Buseck(pm/jwr). Die Kita-Türen bleiben zurzeit für die allermeisten Kinder geschlossen, der Schulunterricht beginnt nur für einige am Montag wieder, für alle anderen ist zunächst weiter Lernen von zu Hause angesagt: Auch für Kinder und Jugendliche ist die Zeit der Corona bedingten Einschränkungen voller Entbehrungen. Freunde treffen, auf Spielplätze oder in einem Verein zum Nachwuchstraining gehen - auch darauf müssen sie verzichten.

Den kommunalen Jugendpflegebüros sind momentan teils die Hände gebunden. Offene Kinder- und Jugendarbeit ist ohne direkte Begegnungen nur eingeschränkt leistbar - wie so vieles zurzeit.

Im Busecker Schloss macht man sich nun Gedanken über eine für etliche Kinder und Jugendliche wichtige Veranstaltungsreihe: die Sommerferienspiele.

Das Thema drängt offenbar nicht nur dort: "Nach einer internen Abfrage unter den Jugendpflegen sind bisher etwa zehn Kommunen des Kreises aktiv in der Planung der Ferienangebote oder schon in der Werbephase", schreibt Busecks Jugendpfleger Andreas Geck in einer Mitteilung.

Flexible Lösungen werden gesucht

"Dass bei all den Planungen nötige und sinnvolle hygie- nische Bedingungen und andere Regelungen zu berücksichtigen sein werden, steht außer Frage", so Geck weiter. "Manches wird der jeweils aktuellen Lage angepasst werden müssen. Gute und flexible Lösungen werden vor Ort zu finden sein."

Weiter appelliert er: "Daher sollten wir den Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien nicht voreilig die Chancen nehmen, Angebote zu finden, die ihre Freizeitgestaltung bereichern und Entwicklungen fördern." Es gehe um "mehr als um die Verhinderung von Langeweile".

Es sei notwendig, alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, so Geck. Die jüngsten Nachrichten, dass ein Corona-Infizierter nun in Deutschland im Schnitt weniger als einen anderen anstecke, ließen hoffen. "Dieses Hoffen auf Lockerung der Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, auf Gruppentreffen und auf Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien ist wichtig und wertvoll."

Gerade für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen brauche es die Perspektive, "dass persönliche Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse wieder möglich werden." Es gehe darum, so Geck, sich auszuprobieren und gemeinsam Aufgaben zu bewältigen.

"Verschiedene Dinge müssen zwischen den Kindern oder Jugendlichen ausgehandelt werden. Dabei entstehen soziale Bindungen und Gruppenprozesse, die für die Entwicklung der Heranwachsenden wichtig und nötig sind. Dazu zählen auch Konflikte und Situationen, die zum Teil gemeinsam ausgehalten und bewältigt werden müssen. Manchmal auch mit pädagogischer Hilfe, wertschätzenden Gesprächen und Hilfestellungen", schreibt der Busecker Jugendpfleger.

"Die Planungen von Angeboten in großen Gruppen oder in beengten Räumen sowie Freizeiten werden wohl noch unsicher bleiben oder vielleicht nicht stattfinden können", räumt Geck im Hinblick auf den bevorstehenden Sommer ein. Aber: "Lassen wir die Kinder und Jugendlichen nicht im Stich und planen mit Bedacht und mit Kreativität - in der Hoffnung, in den Sommerferien Angebote machen zu können."

Auch Bürgermeister Dirk Haas wirbt dafür, Ferienspiele mit Augenmaß anzubieten. "Gerade in der aktuellen Situation, in der den Kindern viele Möglichkeiten genommen werden, halte ich die Durchführung der Ferienspiele unter Berücksichtigung von besonderen Hygienestandards für unabdingbar", äußert er sich. Er halte dies "in Zeiten, in denen zum einen keine Urlaubsfahrten stattfinden werden und zum anderen die häusliche Nähe bereits über Wochen mehr als strapaziert wurde, für notwendig".

Natürlich müsse auf die Frage der Ansteckungsgefahr ein besonderer Augenmerk gelegt werden - "gerade da, wo sich bisher rüstige Senioren ehrenamtlich betätigt haben". Grundsätzlich liefen in Buseck Planung, Vorbereitung und Werbung unter dem Vorbehalt, "dass keine signifikante Verschlechterung bei den Coronavirus-Infektionen stattfindet", so Haas.

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