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Ziel der Wandergruppe 2014 war Ramsau am Königssee, letztmals mit dabei Pfarrer Franz Josef Schneider (†) (3. v. r.). Organisatorin der Touren ist Regina Knecht (r.).

Seit 1999 jährlich auf Tour

  • VonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Die Wandergruppe »Schneider« war kürzlich mit neun Leuten und einem Hund in Oberstdorf im beschaulichen Stillachtal einmal mehr auf Tour. Vor genau 22 Jahren brachen sie das erste Mal auf. Ein närrisches Jubiläum - was zum Ursprung der Gruppe bestens passt.

Denn diese geht auf eine Probe der kfd-Damen für ihren Tanzauftritt bei den Sitzungen des Katholischen Fastnachtsclubs (KFC) zurück. Regina Knecht hatte nach einer Probe von ihrem Urlaub auf La Palma geschwärmt. Ihre Anregung, dort zusammen einen Urlaub zu verbringen, stieß bei einigen Damen auf offene Ohren. Die Männer schlossen sich an.

Es blieb aber nicht bei einem Mal, sondern fortan wurde jährlich ein Wanderurlaub geplant. Knecht kümmert sich um die Auswahl von Wandertouren und Unterkünften. Zu den Zielen gehörten Kreta, Madeira, Kroatien und die Dolomiten.

Kätzchen in der Couch

Obwohl nicht mehr der Jüngste, setzte sich Franz Josef Schneider, Pfarrer von Sankt Marien von 1987 bis 2000 und Gründer der hiesigen kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands), immer an die Spitze. »Er war unser Antreiber. Stets vorne weg. Dies selbst noch mit neuer Hüfte damals in 2010 auf Sardinien«, berichtet Knecht. »Einfach unkaputtbar!«

Auf Sardinien erlebte Knecht eine besondere Begegnung: Auf der Flucht vor wilden Hausschweinen ist sie in den gerade noch offenen Kofferraum des Fahrzeugs gesprungen.

An den Wochenenden feierte Pfarrer Schneider immer einen Gottesdienst im Hotel, zu dem auch weitere Gäste eingeladen waren. So auch 2001 auf La Gomera, als seine Predigt von einem leisen Miauen begleitet wurde. Auf der Suche nach der Quelle fand man in der aufklappbaren Couch neugeborene Kätzchen. Dies passte zum Tagesprogramm: Wenige Stunden zuvor hatte man die »Quelle der Fruchtbarkeit« besucht.

Besonders stolz sind die Wanderer auf den beschwerlichen Aufstieg zum Teide. Mit 3718 Metern handelt es sich beim Pico del Teide um die höchste Erhebung nicht nur Teneriffas, sondern des gesamten spanischen Staatsgebiets. Davon hat die Gruppe die letzten gut 1200 Höhenmeter bis zum Gipfel bewältigt.

Zum letzten Mal begleitete der rührige Senior, der 2013 einen Herzinfarkt erlitten hatte, die Gruppe im Jahr 2014 nach Ramsau am Königssee. 2017 kurz nach seinem 85. Geburtstag ist Pfarrer Schneider verstorben.

Schon seit 2004 hat sich die Wandergruppe neben den zwei- bis dreiwöchigen Urlauben noch ein langes Wochenende in einem deutschen Wandergebiet gegönnt. »Auch hier gibt es wunderschöne Ecken«, sagt Knecht. »Die letzten drei Jahre sind wir ganz in Deutschland geblieben. Das hatte aber nichts mit unserem Leistungsanspruch zu tun«, betont sie. Vielmehr habe man sich aus Klimaschutzgründen ganz bewusst gegen das Fliegen entschieden. Außerdem spielt die bessere Erreichbarkeit mit Blick auf das Alter naher Angehöriger eine Rolle.

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