age_buseck_8038_240221_4c_2
+
Selbst wenn es jetzt zügig gehen würde, wird es vor 2023 keine Badesaison im Busecker Freibad geben.

Reaktivierung kein Selbstläufer

  • vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Für die Reaktivierung des Busecker Freibads auf der Wieseckinsel ist bislang erst eine Weiche von vielen gestellt. Dies wurde bei einer Online-Diskussionsrunde am Montag deutlich. »Pro Freibad« warnt davor, das Projekt zu überfrachten. Im Zentrum müsse die Wiedereröffnung des Schwimmbades stehen.

Im Jahr 2012 war das Freibad auf der Wieseckinsel in Großen-Buseck so marode, dass es geschlossen werden musste. Neun Jahre später bietet es noch immer Stoff für Diskussionen - so auch am Montagabend in einer Online-Veranstaltung. Zu dieser hatte der Ortsverband der Grünen eingeladen.

Nachdem die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung einen Kompromiss gefunden und den Weg für die Beantragung von Fördermitteln aus dem Stadtumbauprogramm freigemacht hatten, könnte man denken, dass das Thema an Brisanz verloren hat. Dies ist jedoch nicht der Fall, wie die Aussagen von Vereinstretern, Bürgern und Kommunalpolitikern zeigten.

Luise Böttcher (Grüne) mahnte zur gebremsten Freude: »Wir haben in der Zeitung bereits dreimal gelesen, dass das Freibad beschlossen wäre. Es ist aber noch nicht auf dem Weg.« Die Gemeinde Buseck habe erst den Auftrag erhalten, eine Förderung im Rahmen des Stadtumbauprogramms zu beantragen. Dafür müssten nun exakte Kostenschätzungen von Fachplanern gemacht werden, um den Antrag auf solide Zahlen zu stellen. Ein Antrag könne zudem abgewiesen oder Nachbesserungen gefordert werden.

Jedes Jahr würden die Preise in der Baubranche steigen. Würden die Diskussionen von CDU und Freien Wählern weiter verschleppt, würde dies am Ende nur zu Mehrkosten für die Gemeinde führen, warnte Böttcher. Von diesen beiden Fraktionen befürchte sie dann »Querschüsse« wegen der bis dato gestiegenen Kosten.

Willy Jost (SPD) fand deutliche Worte: »Wenn wir es jetzt nicht hinbekommen, dann bekommen wir es nie mehr hin. Dann bleibt das ein Hundeklo.« Bereit seit vier Jahren sei Buseck im Stadtumbauprogramm, es blieben somit nur noch sechs Jahre, um Fördermittel zu nutzen. Danach sei die Chance vertan. »Das Geld, was wir für Großen-Buseck nicht aus dem Gemeindesäckel nehmen müssen, können wir in anderen Ortsteilen investieren«, merkte Jost an.

Im Zuge der Gemeindevertretersitzung hatten CDU und FW die Kleinmühle ins Projektgebiet mit aufnehmen wollen. Im Kompromiss einigte man sich in der vergangenen Woche darauf, Pläne zur Mühle separat weiterzuverfolgen. Ernst-Walter Weißenborn von »Pro Freibad« begrüßte diesen Entschluss. Man dürfe das Projekt »Wieseckinsel« nicht überfrachten, eine Ausweitung schade dem eigentlichen Grundziel: »Das Freibad ist ›must have‹ und alles andere ist ›nice to have‹.«

In der Diskussion wurde deutlich: Selbst wenn das Projekt nun zügig verfolgt würde, würde es 2023 werden, bevor das Freibad wieder eröffnet.

Beim TV Großen-Buseck ist man unterdessen von der jüngsten Entwicklung zur Wieseckinsel ein wenig enttäuscht. Auf dem östlichen Teil der Wieseckinsel sollte eine Kleinsportanlage mit Sprunggrube und Laufbahn entstehen. Rainer Volk (TV) bedauerte, dass - nachdem die Grundschule jahrelang den Wunsch für solch eine Anlage sowie ein »Grünes Klassenzimmer« geäußert habe - sie nun einen Rückzieher mache. Beim TV halte man an den Plänen für ein Beachvolleyballfeld fest, die entsprechende Abteilung wolle sich dabei aktiv einbringen. Auch der Kinder- und Jugendbeirat setze sich für das Feld ein.

Jost kann den Meinungswechsel der Grundschule nicht verstehen. Jetzt seien die Möglichkeiten für eine Kleinsportanlage in greifbarer Nähe gewesen. Er rechnet damit, dass es mindestens fünf, wenn nicht sogar zehn Jahre dauern werde, bevor der Landkreis über Sportmöglichkeiten an anderer Stelle überhaupt nur diskutieren werde.

Weiteres Thema an diesem Abend war der versandete Mühlgraben. CDU und FW wollen im Rahmen des Projekts Kleinmühle ein Wasserrad installieren - dafür braucht es einen Wasserzufluss. Böttcher sagte, dass man den Mühlgraben im Zuge der Verbesserung des Hochwasserschutzes freiräumen müsse. Derzeit blockiere eine Art Damm den Durchfluss.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare