In Trohe kreuzt der Radweg 7 die Rödgener Straße. Die Gemeinde wünscht hier als Ideallösung eine Fahrradampel. FOTO: BF
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In Trohe kreuzt der Radweg 7 die Rödgener Straße. Die Gemeinde wünscht hier als Ideallösung eine Fahrradampel. FOTO: BF

"Radwege bedeuten touristische Aufwertung"

  • vonVolker Heller
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Buseck(vh). Die Verkehrswende-Gruppe Buseck hat im Kulturzentrum ein Arbeitstreffen abgehalten. Hans Zessin moderierte die Veranstaltung. Mit dabei waren Bürgermeister Dirk Haas, Großen-Busecks Ortsvorsteher Erich Hof und Mitglieder aus verschiedenen Fraktionen. Das Fahrradstraßenkonzept wurde vorgestellt. Aus Zeitgründen legte man diesmal einen Schwerpunkt auf Kreuzungsstellen mit dem Radfernweg R7.

Dass in der Corona-Krise die Verkaufszahlen von Fahrradhändlern anstiegen, zeige, dass viele Menschen die Radtour als Ersatz für einen Urlaub in der Ferne in Erwägung ziehen. Radfahren zähle zudem zu den Freizeitaktivitäten, die draußen möglich waren, auch immer mehr Berufspendler nutzten das Rad. Während der Krise seien etliche Fahrrad-Initiativen entstanden und teils sogenannte Pop-up-Radwege eingerichtet worden. Diese zeitlich befristeten Radwege würde sich die Verkehrswende-Gruppe als eine dauerhafte Einrichtung wünschen. Beate Allmenröder hat beobachtet, dass auch in Buseck die Zahl der Radfahrer zugenommen habe. Geeignete Radwege bedeuteten eine touristische Aufwertung. Für das Klima sei die möglichst hohe Benutzerrate von Rädern günstig.

Wenn Menschen Einsicht zeigten und die Politik schnell handele wie im Falle der Pop-up-Radspuren, könne was bewegt werden, meinte Allmenröder. Ausdrücklich wolle die Verkehrswende-Gruppe den Nutzern von Autos diese Fortbewegungsart nicht in Abrede stellen. Wer auf sein Fahrzeug angewiesen sei, der solle es weiterhin nutzen. Alle Verkehrsteilnehmer, ob motorisiert oder auf dem Rad, sollten sich gemeinsam konfliktfrei bewegen können und sicher zu ihrem Ziel kommen. Markus Zessin erläuterte diesbezüglich den Ist-Zustand in den Ortsteilen Busecks.

Bürgermeister Haas ergänzte die Verbesserungsvorschläge um die Rahmenbedingungen. Hierzu zählt die Einstellung weiterer Finanzmittel in den Haushalt. Die einmal angedachte Idee von fünf Euro pro Einwohner für Radwege habe sich nicht durchgesetzt. Er hoffe auf eine Förderung von Radwegschildern durch den Landkreis. Bei klassifizierten Straßen habe der Kreis oder das Land (Hessen Mobil) die Oberhoheit. Während der Corona-Krise habe man Möglichkeiten gesucht, damit Schüler der Gesamtschule jetzt möglichst ihr Rad nutzen.

"Mit Mühe und Not" sowie der Fürsprache von Landrätin Anita Schneider habe Hessen Mobil Hinweisschilder an der Stelle aufgestellt, wo der Radweg den Schützenweg (L 3126) kreuzt und in den Grünen Weg hoch zur Gesamtschule führt. Die Schilder seien nur mobil aufgestellt und würden später entfernt.

Zessin erinnerte an den schweren Unfall einer jugendlichen Radlerin an der Kreuzung des R 7 in Trohe auf Höhe der Rödgener Straße. Als Ideallösung für eine ausreichende Verkehrssicherheit dort nannte Haas eine Fahrradampel. Sie zeigt dauerhaft Grün und schaltet nur im Fall einer Straßenquerung auf Rot. Das Problem: Die Straßenverkehrsordnung sehe eine solche Ampel außerorts nicht vor.

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