Nach dem 24-jährigen Maliq Denzel Pique wird noch gesucht.
+
Nach dem 24-jährigen Maliq Denzel Pique wird weiterhin gesucht.

Fahndung

Nach SEK-Einsatz im Kreis Gießen: Verdächtiger weiter auf der Flucht

  • VonPatrick Dehnhardt
    schließen

Zwei Männer, die in Alten-Buseck mutmaßlich einen Geldautomaten aufsprengen wollten, sitzen jetzt in U-Haft. Der dritte Verdächtige ist weiter flüchtig.

Update vom Donnerstag, 24.06.2021, 16:30 Uhr: Nachdem die Polizei die Sprengung eines Geldautomaten in Alten-Buseck verhindern konnte, fahnden die Beamten weiterhin nach dem 24-jährigen Maliq Denzel Pique aus den Niederlanden. Er steht in Verdacht, zusammen mit zwei weiteren Männern geplant zu haben, den Geldautomaten der Sparkasse aufsprengen zu wollen. Zwei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Gegen 2.45 Uhr am Mittwochmorgen hatten Spezialeinsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen und Hessen zwei 19 und 20 Jahre alte Männer im Umfeld des Sparkassen-Pavillons festgenommen. Die Polizei hatte die Verdächtigen bereits im Vorfeld im Blick gehabt. Bevor sie mit Festsprengstoff dem Geldautomaten angehen konnten, wurden sie gestellt.

Nach SEK-Einsatz im Kreis Gießen: U-Haft wegen Fluchtgefahr

Bei den beiden Männern handelt es sich laut Auskunft der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt um zwei niederländische Staatsbürger. Bislang sei noch unklar, ob sie in der Region leben oder eigens für die Tat aus ihrem Heimatland angereist waren.

Die Verdächtigen wurden am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. Ihnen wird vorgeworfen, sich zu einem schweren Bandendiebstahl sowie der Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion verabredet und diese vorbereitet zu haben. Der Richter ordnete aufgrund von Fluchtgefahr Untersuchungshaft an. Bislang ist unklar, ob die Täter in Verbindung mit anderen Geldautomatensprengungen in Mittelhessen stehen. Die weiteren Ermittlungen sollen dazu Aufschluss bringen.

Nach SEK-Einsatz im Kreis Gießen: Fahndung nach 24-Jährigem läuft weiter

Derweil läuft die Fahndung nach Denzel. Der 24-jährige trug zur Tatzeit eine schwarze Jogginghose, einen schwarzen Hoodie, schwarze Turnschuhe und eine silberne Armbanduhr. Der Mann ist etwa 1,90 Meter groß und sehr sportlich.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt hat die Ermittlungen übernommen, da die Sprengungen in vielen Fällen in einem überregionalen Kontext stehen, teilweise internationale Banden am Werk sind. Mehrere Gruppierungen haben sich auf diese Art der Kriminalität spezialisiert. Sie stellen für die einzelnen Taten Teams, teils mit wechselnder Besetzung, zusammen. Zudem sind reisende Gruppen – unter anderem aus Ungarn oder den Niederlanden – aktiv.

Geldautomatensprengungen: Polizei hat hohen Fahndungsdruck aufgebaut

Die Polizei habe mittlerweile einen hohen Fahndungsdruck aufgebaut, sagte Christian Hartwig, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Denn bei den Geldautomatensprengungen gehe es um weit mehr als Geld.

Die Taten führen regelmäßig zu schweren Schäden an Gebäuden. Vielerorts befinden sich Geldautomaten in Häusern, die auch zum Wohnen genutzt werden. Wenn im Erdgeschoss ein Sprengsatz gezündet wird, bringt dies die Bewohner in Gefahr. Auch Passanten könnten von umherfliegenden Trümmern und Glassplittern verletzt werden. Nicht zuletzt stellen die Kriminellen bei der Fahrt zum Tatort mit selbsthergestelltem Sprengstoff oder ungesicherten Gasflaschen im Gepäck eine große Gefahr dar.

2020 wurden in Hessen 30 versuchte und vollendete Geldautomatensprengungen registriert. Dieses Jahr sind es bereits 21. Bei der Hälfte scheiterten die Kriminellen. »Es sind selbstgebaute Sprengeinrichtungen«, sagte Hartwig. »Die funktionieren nicht immer.« Teils hielten die Automaten der Explosion stand, teils vereitelte die verbaute Sicherheitstechnik die Tat. So gibt es mittlerweile Geldautomaten, die in sie eingeleitete explosive Gase neutralisieren. (pad)

SEK-Einsatz im Kreis Gießen: Ist Verdächtiger noch aktuell in Wetzlar?

Update, 23.06.2021, 11.31 Uhr: Nach der versuchten Geldautomatensprengung in Alten-Buseck (Kreis Gießen) sucht die Polizei noch nach einem Tatverdächtigen.

Was war passiert? In der Nacht zu Mittwoch (23.06.2021) verhinderten die Polizei im Rahmen eines polizeilichen Einsatzes die Sprengung eines Geldautomaten in Buseck. Bevor es zur Sprengung kam, nahmen Spezialeinsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen und Hessen zwei Männer fest. Ein mutmaßlicher dritter Tatverdächtiger, der 24-jährige Maliq Denzel Pique aus den Niederlanden, konnte mit einem Pkw in Richtung Wetzlar geflüchtet. Zuletzt wurde der Flüchtige heute Morgen gegen 3 Uhr zu Fuß in Wetzlar unweit des GLOBUS-Baumarktes gesichtet.

Erst im März war die Sparkasse in Hungen Ziel von Automatensprengern. Ob es einen Zusammenhang zwischen dieser Tat und den jetzt Verdächtigen gibt, ist unklar.

Es wird vermutet, dass der Gesuchte von Komplizen aus den Niederlanden mit einem Pkw im Gewerbegebiet Dillfeld abgeholt wird oder bereits wurde. Der 24-jährige trug zur Tatzeit eine schwarze Jogginghose, einen schwarzen Hoodie, schwarze Turnschuhe und eine silberne Armbanduhr. Der Mann ist etwa 1,90 Meter groß und sehr sportlich.

Polizei verhindert Geldautomatensprengung in Alten-Buseck - Sprengstoff vor Ort entschärft

Erstmeldung, 23.06.2021, 9.11 Uhr: Die Polizei hat in Alten-Buseck zwei mutmaßliche Automatenknacker auf frischer Tat geschnappt. Gegen 2.45 Uhr konnten Spezialeinsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen und Hessen die Verdächtigen bei der Sparkasse festnehmen.

Die Polizei hatte laut Auskunft der Pressestelle des Landeskriminalamts die beiden Täter bereits »im Blick«. Bevor sie in Alten-Buseck den Geldautomat sprengen konnten, wurden sie festgenommen. So konnte Schaden von dem Gebäude selbst auch den Menschen in der Nachbarschaft abgewendet werden, teilt die Polizei mit.

Bei den Verdächtigen stellten die Beamten Festsprengstoff sicher. Aus Sicherheitsgründen wurde dieser vor Ort von Experten der Polizei kontrolliert gesprengt. Ein Abtransport sei zu gefährlich, erklärte die Pressestelle. In den meisten Fällen werden von solchen Tätern selbst hergestellter Sprengstoffe verwendet, bei denen unklar ist, ob sie sich ohne Gefahr transportieren lassen. Da wolle man kein Risiko eingehen.

Zur Herkunft der Verdächtigen ist bislang nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern. Derzeit ist auch noch unklar, ob sie zu einer Gruppierung von Geldautomatensprengern gehören oder es sich um Trittbrettfahrer handelt.

In den vergangenen Jahren wurden unter anderem in Hungen, Langgöns und Watzenborn-Steinberg Geldautomaten gesprengt. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Taten und den jetzt festgenommen Verdächtigen gibt, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare