Für eine neue Nutzung der zurzeit brachliegenden Ex-Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck werden nun Ideen entwickelt.	FOTO: JWR
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Für eine neue Nutzung der zurzeit brachliegenden Ex-Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck werden nun Ideen entwickelt. FOTO: JWR

Neuer Investor

Pohlheimer kauft Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck - »Verschiedene Ansätze« für Nutzung

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Die ehrgeizigen Pläne für einen »Familienerlebnispark« waren 2020 gescheitert, nun gibt es einen neuen Anlauf: Ein Pohlheimer Investor hat die ehemalige Sammler- und Hobbywelt in Alten-Buseck erworben.

Die frühere Sammler- und Hobbywelt im Alten-Busecker Gewerbegebiet Flößerweg hat einen neuen Besitzer: Er habe das ehemalige Sammlungsareal erworben, die Übertragung sei vor Kurzem wirksam geworden, bestätigte der Pohlheimer Investor Nail Celik am Freitag auf Anfrage dieser Zeitung. »Wir sind auf dem Immobilienmarkt aktiv, investieren gern«, sagte Celik, der auch Geschäftsführer der Rubin Goldschmuck GmbH in Pohlheim ist.

Zu Plänen für eine künftige Nutzung wolle er sich aktuell aber noch nicht äußern, so Celik weiter. »Ich kann noch nicht konkret sagen, in welche Richtung es geht.« Als Investor habe er »verschiedene Ansätze«, aktuell befinde man sich in Abstimmung mit der Busecker Gemeindeverwaltung. Zwar gehört der Gemeinde das Grundstück nicht, allerdings war der Bebauungsplan einst speziell auf die Nutzung als Sammlung zugeschnitten worden. Daher müsste für eine Nutzung zu anderen Zwecken der Bebauungsplan entsprechend geändert werden.

Ex-Sammler- und Hobbywelt verkauft: Gespräche mit Gemeinde laufen

»Wir sind jetzt mit der Gemeinde im Gespräch und streben an, den Bebauungsplan so schnell wie möglich zu ändern«, äußerte sich Celik zum aktuellen Stand. Ziel sei, ein Konzept zu finden, das auch von der Gemeinde begrüßt werde und sich an Bedarfen in der Region orientiere. Als »renommiertes Architektenbüro« habe man das Gießener Büro Feldmann hinzugezogen, das die weitere Planung begleiten werde. Celik weiter: »Wir sind kein Bauträger, sondern Bestandsträger.« Es sei nicht geplant, das Objekt »wegzudrücken«.

Busecks Bürgermeister Dirk Haas bestätigte den Verkauf auf Anfrage. Der Investor sei auch aus dem Bereich Wohnungsbau bekannt, »ich weiß, dass er gut aufgestellt ist«. Celik sei frühzeitig auf die Verwaltung zugekommen, kürzlich habe man sich getroffen. Auch die Auswahl der Partner im Zuge der Entwicklung findet im Busecker Schloss positives Echo: Das eingebundene Architektenbüro habe schon etliche größere Projekte in der Region umgesetzt, auch in Buseck. Zudem sei der beauftragte Stadtplaner der Verwaltung »gut bekannt«.

Auch der Bürgermeister äußerte sich zu möglichen Nutzungskonzepten nur bedingt: Aus Sicht der Verwaltung sei die Ansiedlung von Gewerbe wie im übrigen Teil des Areals wünschenswert - unter anderem sind im Gewerbegebiet Flößerweg produzierende Unternehmen vertreten. Einzelhandel, so Haas, sei dort gemäß dem Regionalplan aber ausgeschlossen. »Auf keinen Fall wollen wir eine Nutzung für Hochzeitshallen, Spielotheken oder ähnliches«, sagte der Bürgermeister.

Ex-Sammler- und Hobbywelt verkauft: Auch Außengelände soll sich verändern

Auch über die Gestaltung des Außengeländes habe man mit Celik schon gesprochen. »Es soll hübscher werden, es braucht eine optische Aufwertung«, so Haas. Unter anderem gehe es um die Fassadengestaltung und Begrünung. »Ich glaube, dass das eine gute Sache ist - auch auf lange Sicht«, kommentiert Haas das Engagement des Investors. Wie der weitere Zeitplan aussehe, lasse sich noch nicht abschätzen. »Es könnte aber sein, dass das Projekt schon Ende Februar in der nächsten Sitzungsrunde vorgestellt wird.«

Die Sammler- und Hobbywelt war 2005 in dem ehemaligen Möbelhaus eröffnet worden, über die Jahre entwickelte sich die umfangreiche Ausstellung zu einem auch überregional beliebten Ausflugsziel. Nach der Schließung und Auflösung der Sammlung 2018 hatte dann ein Investorentrio Pläne für eine neue Nutzung entworfen. Angedacht war ein »Familienerlebnispark« auf insgesamt 7200 Quadratmetern Fläche und zwei Etagen - inklusive Hindernis-Parcours, Laser-Tag, Autoscooter mit Luftkissenfahrzeugen, Gastro-Bereichen und mehr. Im März 2019 erklärten die Investoren gegenüber der GAZ, man plane mit 25 000 bis 30 000 Besuchern pro Monat, wolle rund sechs Millionen Euro investieren. Mit dem Umbau im Inneren war bereits begonnen worden.

Die ambitionierte Planung geriet aber ins Stocken, die Umsetzung scheiterte: Im vergangenen Juli war bekannt geworden, dass die Investoren sich zurückziehen. Ein geplanter Durchführungsvertrag mit der Gemeinde kam nicht mehr zustande.

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