Das passt: Amerikanische Dollars und deutsche Schlager

Buseck (niw). "Wir haben wieder einen Volltreffer gelandet und können mit der Vorstellung sehr zufrieden sein", sagte Vorsitzender Erich Handloser am Ende des Programms. Lang anhaltender herzlicher Applaus folgte zur Bestätigung. Es war einfach wunderbar, was der Heimatverein Beuern am Samstagabend auf die Beine gestellt hatte.

Buseck (niw). "Wir haben wieder einen Volltreffer gelandet und können mit der Vorstellung sehr zufrieden sein", sagte Vorsitzender Erich Handloser am Ende des Programms. Lang anhaltender herzlicher Applaus folgte zur Bestätigung. Es war einfach wunderbar, was der Heimatverein Beuern am Samstagabend auf die Beine gestellt hatte. Großes Engagement, tolle Stimmen und schauspielerisches Talent legten die Akteure an den Tag und garantierten damit nach dem Debüt im Vorjahr bereits zum zweiten Mal einen unterhaltsamen "Bunten Abend".

Ein lustiges und ziemlich turbulentes Bühnenstück in vier Akten brachten die Laienschauspieler auf die Bühne der ausverkauften Willy-Czech-Halle. Dazwischen, davor und danach unterhielten "Die schrägen Töne" mit deutschen Schlagern aus den 20-er bis 40-er Jahren.

Mit Ohrwürmern wie "Frauen sind keine Engel", "So ein Mann", "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" und "Nur nicht aus Liebe weinen" hatte die stellvertretende Vereinsvorsitzende und Programmgestalterin Rita Mattern eine gute Titelauswahl getroffen, die ganz nach dem Geschmack des Publikums war. Anni Funk, Rita Mattern, Inge Volk, Wolfgang Fuhr und Hans-Jürgen Grün gehören der Gesangsgruppe an, die von Norbert Steinmüller am Piano begleitet wurde. Zum Auftakt war Leierkastenmann Rolf Mattern mit von der Partie.

Daniel Rittershaus, "Oberstudienrat" an der fiktiven Gießener Dieter-Bohlen-Gesamtschule, berichtete über die Lernerfolge seiner Schüler nach dem äußerst qualifizierten Unterricht in Fach "Benehmen". Ein kurze kabarettistische Einlage, die gut gefiel.

Für das Theaterstück "Der Scheck aus Amerika" führten Rittershaus und Brigitte Krämer gemeinsam Regie. Kerstin Zipf schwitzte im Flüsterkasten. Die Darsteller machten durchweg ihre Sache sehr gut, nichts wirkte gekünstelt, eigene Textversionen mit Bezug auf das aktuelle Geschehen (Bankenzusammenbruch) und Lokalkolorit wurden gekonnt ins Stück eingebaut. So wurde Bürgermeister Reinl als Burger-King begrüßt und Stomillers Hermann gefragt, ob er die Arbeit schon gefinished hätte oder immer noch so viel mit dem Pinsel mache. Authentisch der Auftritt von Theo Nauheimer, der als braver Lehrer Heinrich Buchstaben-Suppe liebte und das Liebesleben der Dinosaurier erforschte, dabei aber sein eigenes vernachlässigte. Als Elfriede, seine Gattin, eine Genie in sparsamer Haushaltsführung, gab Elke Hüttl ihr Debüt.

Tochter Ilse, gespielt von Gerhild Erb, verliebte sich in Emmis Sohn Robert (Daniel Ritterhaus), machte mit ihm und seinem Cadillac die Freunde in Bersrod neidisch und sorgte mit der geplanten Heirat dafür, dass die Dollars in der Familie blieben.

Die Angst um den Wegfall des monatlichen Schecks von Emmi aus Amerika (Inge Volk) bestimmte das Geschehen, war das Geld doch für die gute Versorgung von Oma Lisbeth und nicht für Italienreisen und ein schönes Auto gedacht. Elfriede hatte es daher nicht über das Herz - oder besser den Geldbeutel - gebracht, die Schwägerin über den Tod der Oma zeitnah zu informieren. Als Emmi nach fast 20 Jahren ihren ersten Besuch ankündigte, war die Bedrängnis daher groß. Zunächst mussten Ehemann und Tochter in das betrügerische Geheimnis eingeweiht und dann eine schnelle Lösung gefunden werden. Da kam Untermieter Opa Wilhelm (Wilhelm Sommerlad) gerade recht. Hatte er früher doch schon als "Charlies Tante" sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt, dürfte es ihm nicht schwer fallen, nun als Oma Lisbeth den Dollar-Retter zu spielen. Als Belohnung wurde ihm der schöne Ohrensessel versprochen. "Dafür spiel' ich sogar die Heidi Klum", so der Opa, der mit Perücke, einer Vollrasur und einem schönen Kleid zur Oma gemacht wurde, voll in seine Rolle schlüpfte und deshalb sogar das Damen-Klo aufsuchte.

Die Einteilung der Schlafstätten und das Bemühen der schicken Dame aus Amerika mit den vielen ehemaligen Boyfriends in Old-Germany, die vermeintliche Oma klamotten- und frisurmäßig ebenfalls auf den neuesten Stand zu bringen, erschwerten zur Belustigung der Zuschauer das betrügerische Unternehmen sehr. Hinzu kam die Neugier von Nachbarin Anna (Anni Funk), die den Geist der Oma im Hause wahrgenommen hatte und mit ihrem "luftbereiften Vollgummibomber" einen köstlichen Anblick bot. Zu guter Letzt bewahrheitete sich ein altes Sprichwort. In einer durchzechten Nacht, an der Lehrer Heinrich, Opa Wilhelm, Robert und eine Flasche Whisky beteiligt waren, kam die Wahrheit ans Licht. Kinder und Betrunkene lügen eben nicht.

Vereinsvorsitzender Erich Handloser lud unter dem Motto "Beuern bewegt" noch zum Tanz auf Livemusik von Alleinunterhalter Alfons ein: "Schwingen Sie das Tanzbein oder beweisen sie Kondition an der Theke." "So schön wie heut, so müsste es bleiben" sangen "Die schrägen Töne" als Schlusslied, das Publikum schwang dazu die verteilten Partyknicklichter und sang den Refrain gerne und aus Überzeugung mit.

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