Nicht nur "Rad hui, Auto pfui"

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Buseck (con). Eine Zukunft mit weniger Autoverkehr im Wiesecktal? Für viele Bewohner von Reiskirchen, Buseck und Grünberg eine schöne Vorstellung. Insbesondere an den stark frequentierten Hauptstraßen ist die Belastung hoch. Aber wie könnte sich eine Verkehrswende im Wiesecktal gestalten? Diese Frage zu klären war Ziel eines Treffens interessierter Bürger im Thal’schen Rathaus in Großen-Buseck. Gemeinsam mit Jörg Bergstedt von der Projektwerkstatt in Saasen sollten Pläne für eine Verkehrswende im Wiesecktal erstellt werden.

Weniger Autos, mehr Rad und ÖPNV - so kann man die Ergebnisse des Workshops zusammenfassen. Insbesondere die Situation der Fahrradfahrer müsse sich in der Gemeinde Buseck noch deutlich verbessern, sagte Ortsvorsteher Erich Hof: "Meistens habe ich das Gefühl, Mobilität bedeutet für die meisten: grenzenloses Autofahren." Zwar gebe es mit dem Radfernweg R7 eine sehr gute Verbindung zum Beispiel nach Reiskirchen, aber sobald man diesen verlasse, sehe es eben nicht mehr so rosig aus. Beim Workshop wurde deswegen auch über die Idee gesprochen, Fahrradstraßen in Buseck einzuführen, also Straßen, die nur von Radfahrern genutzt werden dürfen. "Diese könnte man dann nur für Anlieger und den ÖPNV zusätzlich freigeben", sagte Bergstedt.

Um eine Verkehrswende sinnvoll zu verwirklichen, dürfe man jedoch nicht allein aufs Fahrrad setzen, sagte Ottmar Licher aus Reiskirchen. "Wir dürfen nicht nur ›Rad hui, Auto pfui‹ sagen, es muss um eine sinnvolle Verbindung aller Mobilitätskonzepte gehen, also um Rad, Auto und Bahn." Wichtig sei, den Verkehr auf der Schiene attraktiver zu machen, etwa durch "eine Verbesserung der Vogelsbergbahn mit zweigleisigem Verkehr". So sollen Menschen bewegt werden, vom Pkw auf den Zug umzusteigen.

"Es geht nicht darum, die Autos abzuschaffen", formulierten die Teilnehmer ein Ergebnis des Treffens. "Aber man muss auch zeigen, dass es andere Möglichkeiten gibt. Es geht nicht um den Autoverkehr, sondern um eine lebenswerte Mobilität."

Das nächste Treffen ist für den 12. Juni im Thal’schen Rathaus geplant.

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