Neujahrsempfang der Busecker CDU

Buseck (vh). Die Versorgung mit "schnellem Internet" war das zentrale Thema beim Neujahrsempfang der Busecker CDU. Referenten waren Wolfram Koch, Leiter der Geschäftsstelle Breitband der Hessen Agentur in Wiesbaden, und Stefan Becker, der Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH.

Unter Breitbandnetz verstand der technisch interessierte Bundesbürger noch in den 70-er Jahren die damals fortschrittliche Kupfer-Koaxialkabeltechnik für in erster Linie das Kabelfernsehen. Wer heutzutage Breitband sagt, meint Glasfaserkabel für universelle Hochgeschwindigkeitskommunikation. Das Thema, so schien es anfangs, betreffe wohl irgendwelche Computer-Freaks. Dem ist mitnichten so. Mittlerweile fehlt das Stichwort "Breitband" auf keiner Tagesordnung hessischer Kommunalparlamente. "Breitband und schnelles Internet" standen am Freitag thematisch im Mittelpunkt beim Neujahrsempfang des CDU-Gemeindeverbands Buseck im Kulturzentrum in Großen-Buseck. Informiert wurde über den Ausbaustand der Breitbandversorgung in Hessen und Buseck.

CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender Oliver Steinbach sagte, die CDU setzte sich jetzt verstärkt für den Breitband-Ausbau in Buseck ein. Kritische Stimmen dazu habe vormals auch die eigene Fraktion geäußert. Als Referenten begrüßte er Wolfram Koch, Leiter der Geschäftsstelle Breitband der Hessen Agentur in Wiesbaden und Stefan Becker, den Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH. Steinbach wollte den technischen Sachstand geklärt wissen, ferner eine Entscheidungshilfe als Kommunalpolitiker hinsichtlich des Gemeindehaushalts.

Für den Busecker Ausbaubeginn 2012 im Ortsteil Oppenrod habe sich das Parlament schon auf 250 000 Euro geeinigt. Wenn der Ausbau 2013 in Alten-Buseck und Beuern hinzu käme, werde doch eine deutlich höhere Summe fällig, prognostizierte Steinbach und wollte auch wissen, welche Folgekosten nach dem reinen Ausbau der Glasfaserkabel kämen.

Obwohl der Neujahrsempfang der CDU sich an Kommunalpolitiker und Bürger richtete, waren die ehrenamtlich damit Betrauten wohl klar in der Überzahl. Sieht man von Bürgermeister Erhard Reinl (FW) einmal ab. Von den Fraktionen wurden gesichtet: Stefan Krämer (Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler), Christopher Saal (stellvertretender Fraktionsvorsitzender SPD) und Burkhard Böttcher (Gemeindevertreter der Grünen). Entschuldigt war Norbert Weigelt (SPD) als Vorsitzender der Gemeindevertretung, er weilte als Gast auf einer Parallelveranstaltung der SPD Rabenau.

Becker stellte klar, dass Funk/LTE zu Glasfaserkabel keine Alternative sei, "bestenfalls eine Ergänzung". Der Ausbau im Landkreis werde mit einer Übertragungsrate von mindestens 16 Mbit/s und wenn möglich mit 25 Mbit/s bis 50 Mbit/s durchgeführt. Breitbandversorgung sei heute gleichbedeutend mit Wettbewerbspositionierung einer Kommune bis hin zur Daseinsvorsorge. Eine Investition die "richtig viel Geld koste" und ähnlich bedeutungsvoll und komplex wie Frischwasserversorgung. Die Bedeutung von Breitband habe "rasant zugenommen", es sei "existentiell für Kommunen", betrachte man den erwarteten Zuzug von Gewerbetreibenden und Privatpersonen. Becker, der in Fernwald Gemeindevertreter ist, sprach diesbezüglich von einem möglichen Beitrag für die Haushaltskonsolidierung.

Becker meinte, die wahre Bedeutung des Breitbandausbaus sei erst vor höchstens zwei Jahren in das Bewusstsein der Politik vorgedrungen. Dabei wisse man nicht einmal, wie lange tatsächlich die gegenwärtig vorgenommene Ausbaukapazität überhaupt ausreiche. Jede Kommune sollte daher genau überlegen was sie wolle, Ziele formulieren und darauf abgestimmte Angebote einholen.

Sich dahin beraten lassen, vielleicht vom mittelhessischen Breitband-Berater Norbert Kraus. Wegen des hohen Finanzbedarfs empfahl Becker eine fraktionsübergreifende Entscheidung pro Breitband. Um diese Priorität zu setzen, müsse eben etwas anderes hinten angestellt werden. Zusätzlich, weil der Netzausbau in Kommunen übergreifenden Cluster erfolge, bedürfe es einer Absprache mit Nachbargemeinden. Für Buseck komme Reiskirchen in Frage.

"Die Netze flächig ausrollen"

Wolfram Koch ergänzte die Zusammenarbeit um das Regierungspräsidium. Glasfaser lohne sich nur oder umso mehr, wenn "die Netze flächig ausgerollt" würden. Der Bedarf bei Unternehmen und Privatpersonen (Teilarbeiten von zu Hause) sei vorhanden.

Koch brachte ein neues Stichwort aus Wiesbaden mit, die "Hessische NGA-Strategie" (Hochgeschwindigkeits-Breitband; die Red.). Zu einem wichtigen Strategie-Baustein zählte Koch die Einbeziehung von Leerrohrverlegung in alle kommunalen und überregionalen Straßenbau- und Leitungsprojekte. Selbst in Gas- oder Wasserleitungen fänden Glasfaserrohre heute ihren Platz. Koch bezifferte den Ausbaukilometer für separate Glasfaserrohre laut Telekom-Berechnung mit 80000 Euro. (Foto: vh)

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