Ob die undankbare Alte den Medikamenten-Cocktail trinken wird? Auf der Bühne (v.l.) Cedrik Haupt, Martina, Hanna und Markus Herzberger. FOTO: SIW
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Ob die undankbare Alte den Medikamenten-Cocktail trinken wird? Auf der Bühne (v.l.) Cedrik Haupt, Martina, Hanna und Markus Herzberger. FOTO: SIW

Mörderischer Feiertag

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck(siw). Die vermeintlich pflegebedürftige Oma drangsaliert ihr ganzes Umfeld. Als die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist, lässt sich die Familie so einiges einfallen, um die kratzbürstige Alte loszuwerden. Für die Aufführung der Komödie "Kleine Morde erhalten die Erbschaft" von Andreas Keßner wurde die Theatergruppe "spät dran" am ersten Weihnachtsfeiertag frenetisch gefeiert. Und das war hochverdient. Eine Überraschung war der Auftritt des Ehrenvorsitzenden Jürgen Thiele. Er sorgte für das glückliche Ende. Wie? Das wird nicht verraten. Wer neugierig geworden ist, sollte am Sonntag, 29. Dezember, zur zweiten Vorstellung in das Kulturzentrum kommen.

Rüdiger Winze (Markus Herzberger) ist nach dem Tod seines Vaters mit Ehefrau Vera (Hanna Herzberger) und Sohn Denis (Cedrik Haupt) zu seiner Mutter (Martina Herzberger) in sein Elternhaus gezogen, um die gehbehinderte alte Dame zu pflegen. Doch so pflegebedürftig scheint die Frau Mama gar nicht zu sein. Sie schikaniert ihre Schwiegertochter nach allen Regeln der Kunst. Ohnehin der Meinung "Junge, das ist keine Frau für uns", schreckt sie nicht einmal davor zurück, Vera einen Mordversuch mit alkoholisiertem Tee zu unterstellen. Rüdiger sitzt zwischen allen Stühlen, Vera hat die Nase voll von so viel Undankbarkeit und beschließt, wieder berufstätig zu werden. Rüdiger ist nicht begeistert, sich fortan selbst um seine Mutter kümmern zu müssen, zumal für ihn eine Beförderung ansteht.

Die entscheidende Frage stellt Denis: "Kommt Vera dann nach der Arbeit zu uns nach Hause oder zieht sie gleich in eine eigene Wohnung?" Wäre ein Altersheim für Oma eine Alternative? Zur Überraschung der Familie hat die pfiffige Alte bereits einen Prospekt in der Nachttischschublade liegen. Für sie muss es das Fünfsternehaus "Abendrot" mit beheizbaren Klobrillen und Whirlpool sein. Da sonst unbezahlbar, müsste das Haus verkauft werden. Das Erbe wäre futsch. Was tun? Vielleicht einen Unfall inszenieren? Einen elektrischen Defekt etwa? Eine Veränderung der Medikation?

Zur Einstimmung auf den Chor-, Theater- und Tanzabend sangen die Chöre "Felicita" unter Dirigat von Markus Herzberger und "Joyful Noise" unter der Leitung von Bettina Kühn. Nach Mitternacht wurde bei Musik von DJ Mc Gou (Matthias Haupt) im Foyer weitergefeiert.

Seit 1928 wird im Gesangverein Heiterkeit-Sängerkranz Großen-Buseck Theater gespielt. Die Akteure um Regisseurin Evelyn Müller mussten viel Text lernen, waren permanent auf der Bühne präsent. Unterstützt wurden sie von den Souffleusen Sandra Stephan und erstmals von Petra Münch. Birgit Weber war für Maske und Frisuren zuständig.

Die zweite Vorstellung am nächsten Sonntag beginnt um 14 Uhr. Die Gäste erwartet ein großes Kuchenbuffet. Der Eintritt beträgt jeweils zehn Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen die Hälfte.

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