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Auf diesem Platz gegenüber der Hofburgschule hätte das Schul- und Kita-Gebäude entstehen können. ARCHIVFOTO: VRK

Schul- und Kitagebäude

Modellprojekt in Alten-Buseck rückt in weite Ferne

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Die Suche nach Flächen für eine Kita-Erweiterung in Alten-Buseck geht in eine neue Runde. Ein kombinierter Schul- und Kitabau gegenüber der Hofburgschule ist aber erst einmal vom Tisch.

Im März 2019 wurde die Idee öffentlich, den Mangel an Schul- und Kita-Raum in Alten-Buseck unter einem Dach aufzufangen. Die Gemeinde, skizzierte Bürgermeister Dirk Haas, könne auf dem Bolzplatz gegenüber der Hofburgschule einen Kita-Neubau errichten, in dem der Kreis Schulräume anmietet. Es wäre ein Projekt mit Modellcharakter.

Nach monatelangem Gezerre in den Busecker Gremien ohne Beschluss zu einem solchen Projekt ist diese Option, die Landkreis, Bürgermeister Dirk Haas sowie SPD und Grüne favorisieren, nun vom Tisch. In der Gemeindevertretung am Donnerstag haben Freie Wähler (FW) und CDU ihre Mehrheit genutzt, um andere Standorte prüfen zu lassen.

"Wie bekannt ist, sind FW und CDU mit der vorgestellten Planung nicht einverstanden", sagte Kai Bolte (FW) zur Erweiterung gegenüber der Hofburgschule. Vor wenigen Tagen habe ein Gespräch mit Kreisschuldezernentin Dr. Christiane Schmahl über alternative Lösungen stattgefunden. Ein mit Mehrheit von FW und CDU angenommener Antrag verknüpft die vorgesehenen Haushaltsmittel von 260 000 Euro mit der Prüfung konkreter Optionen, um mehr Raum für die Kita-Betreuung in Alten-Buseck und Trohe zu schaffen.

Der Beschluss sieht mehrere Möglichkeiten vor: einen Kita-Neubau am Alten-Busecker Ortsrand Richtung Großen-Buseck auf einem Grundstück, das der evangelischen Kirche gehört. Die Erweiterung in Trohe "bei offensiver Herangehensweise bezüglich des Ankaufs von benachbarten Grundstücken" sowie ein Neubau unterhalb der Hofburg. Derzeit befinden sich dort Schrebergärten. Nur eine der vier Optionen nimmt auch die Schaffung neuen Schulraums in den Blick: Zwischen dem Alten-Busecker Sportplatz und dem Neubaugebiet Beuerner Pfad II könne eine neue Kita errichtet werden - oder aber "eine Grundschul-Kita ebendort bei Aufgabe des alten Standortes in der Pestalozzistraße. Hierzu sind Verhandlungen über die Realisierungsmöglichkeiten (Studie) mit dem Landkreis Gießen zu führen", heißt es in dem Beschluss. Im Gegensatz zu einer Erweiterung auf dem Bolzplatz gegenüber der Hofburgschule müssten in diesem Fall aber Grundstücke erst erworben werden, wie CDU und FW vergangene Woche eingeräumt hatten.

Diskussion über Neubau: Deutliche Kritik der SPD

Zwar schlugen die Wellen nicht ganz so hoch wie in der Ausschussrunde am Dienstag, doch auch im Parlament gab es wieder wechselseitige Beschuldigungen. Willy Jost (SPD) nannte den Auftrag für ein Schulkonzept an anderer Stelle "eine tragische Fortsetzung des Unsinns. Wir sollen ein Konzept erarbeiten lassen - wohl wissend: Da wird in den nächsten Jahren nichts passieren, weil der Landkreis bei seinen Schulen andere Prioritäten hat."

Unter den etwa drei Dutzend Zuhörern war auch Schuldezernentin Schmahl, sie äußerte sich am Rande der Sitzung. "Einen kompletten Neubau der Schule hätten manche gern". Doch dazu reichten die Mittel nicht aus. "Ich bin froh, dass überhaupt eine Entscheidung gefallen ist und ich dadurch handlungsfähig werde." Den politischen Beschluss gegen den kombinierten Bau an der Pestalozzistraße wollte sie dagegen nicht kommentieren.

Trotz der neuen Lage könnte der Bolzplatz noch eine Rolle spielen: Da der Kreis nach wie vor dringenden Bedarf für eine Erweiterung der Schule sieht, ist nun angedacht, dass die Kommune ihm das Grundstück dafür verkauft. Ein Angebot wolle er zeitnah machen, sagte Haas. Mittelfristig könnte der Kreis dort Kapazitäten schaffen - womöglich in Form von Containern oder "Laumann-Häusern" aus Holz.

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