Der Beweis dafür, dass Bewegung jung und fit hält (v. l.): Margit Domesle, Christel Hoffmann und Irmgard Krombach sind in Buseck stets mit dem Fahrrad unterwegs. FOTO: LKL
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Der Beweis dafür, dass Bewegung jung und fit hält (v. l.): Margit Domesle, Christel Hoffmann und Irmgard Krombach sind in Buseck stets mit dem Fahrrad unterwegs. FOTO: LKL

Mehr Flexibilität mit dem Rad

  • vonLena Karber
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Buseck(lkl). Selbstverständlich sind sie alle mit dem Fahrrad gekommen: Christel Hoffmann, Irmgard Krombach und Margit Domesle sind echte Aushängeschilder für diese nachhaltige Art der Fortbewegung. Jeden Tag schwingen sie sich auf den Sattel, um ihre Einkäufe und Besorgungen zu machen. Und das, obwohl sie alle bereits zwischen 70 und 80 Jahren alt sind.

Nach vielen Jahrzehnten Erfahrung bei Wind und Wetter fühlen sich die drei Busecker Damen auf dem Drahtesel sicher. Doch der Verkehr habe deutlich zugenommen, da sind sie sich einig. Krombachs Mann zählt häufig die vorbeifahrenden Autos, wenn er auf der Bank vor dem Haus der beiden in der Bahnhofstraße sitzt. Das Ergebnis: Es sind zu viele. "Und wie manche hier mit 60 oder 70 Sachen durchschrubben, das ist nicht zu fassen", sagt die 80-Jährige.

Für Fahrradfahrer kann der Verkehr gefährlich werden. "Ich suche mir immer den einfachsten Weg", berichtet Margit Domesle. Hauptstraßen vermeidet die 70-Jährige bewusst - eine Situation, der die Initiative Verkehrswende Buseck entgegenwirken will. Etwa mit Fahrradstraßen, die sie im Rahmen des zweiten Busecker Verkehrswendetags am 5. September in Buseck und Trohe als Verkehrsversuch simulieren will. Domesle kennt das aus dem Ostfriesland-Urlaub: In diesen Straßen können auch andere Verkehrsteilnehmer, etwa Personenwagen, Motorräder oder Anlieger, zugelassen werden, Radler haben jedoch stets Vorrang. Sie dürfen nebeneinander fahren und nicht überholt werden.

Vorteile des Fahrradfahrens

Gegen Pläne dieser Art gibt es jedoch auch Vorbehalte. Im Ort heiße es schon abfällig "die da oben in der Bahnhofsstraße", sagt Hoffmann. Markus Ihle von der Verkehrswende Buseck ist trotzdem zuversichtlich. Beim Treffen der Initiative am Mittwoch seien erstmals Vertreter aller Parteien anwesend gewesen, berichtet er. Und auch Beate Allmenröder glaubt, dass viel Ablehnung auf Missverständnissen beruhe. "Es geht nicht darum, das Autofahren zu verbieten", erklärt sie. "Es geht darum, den Leuten das Fahrradfahren zu ermöglichen."

Allmenröder hat die Erfahrung gemacht, dass viele gerne das Fahrrad nehmen würden, sich wegen des Verkehrs jedoch nicht trauen. Zudem hätten junge Leute die Vorteile des Radfahrens oft einfach nicht auf dem Schirm. Der größte, da sind sich auch die drei radelnden Damen einig, ist die Flexibilität. Wieso irgendwo parken und dann zum Geschäft laufen, wenn man direkt bis vor die Tür fahren kann? Und gerade bei kurzen Strecken sei das Fahrrad oftmals schneller. "Bis mein Mann das Auto aus der Garage gefahren hat, bin ich schon da", sagt Hoffmann und lacht.

Am Busecker Stadtradeln, das auf Initiative der neuen Klimaschutzmanagerin Larissa Hildebrand ab kommender Woche stattfindet, wollen Hoffmann, Krombach und Domesle trotzdem nicht mitmachen. Sie würden ja keine großen Strecken fahren, sagen sie. Doch Allmenröder und Ihle räumen ihre Bedenken aus. Es gehe nicht darum, Streckenrekorde aufzustellen, sagen sie. "Es geht darum das Alltagsradeln zu fördern." Vielleicht überlegen die Seniorinnen es sich ja noch anders. Aber ob mit oder ohne Kilometererfassung: auf dem Rad werden sie unterwegs sein.

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