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Europawahl

So macht Sven Simon den Buseckern Europa schmackhaft

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Der designierte Spitzenkandidat der hessischen CDU für die Europawahl kommt aus dem Gießener Land. Im Interview spricht Professor Sven Simon über seine Motivation und den Wert Europas.

Sven Simon aus Buseck soll als Spitzenkandidat die hessische Landesliste für die Wahl zum Europaparlament anführen. Das hat der Wahlvorbereitungsausschuss der Landes-CDU empfohlen. Auf dem Landesparteitag am 16. Februar in Alsfeld wird die Landesliste für die Wahl zum Europäischen Parlament endgültig beschlossen.

Was motiviert Sie, sich in der Europapolitik zu engagieren?

Sven Simon: Ich brenne seit vielen Jahren für Europa. Freies Reisen, Freunde treffen, kulturelle Unterschiede entdecken, köstliches Essen, gemeinsame Werte. Deutschland und Europa sind im Umbruch und auch die CDU erneuert sich. Wir haben jetzt die Chance, aus diesem Umbruch einen Aufbruch zu machen. Für Europa, für unser Land, für mehr Dynamik und Innovationskraft. Es geht jetzt vor allem um einen inhaltlichen Aufbruch, mehr Debatte. Und bei der Europawahl geht es darum, Europa nicht den linken, nicht den rechten und nicht den grünen Populisten zu überlassen. Das haben wir in den vergangenen Jahren zu oft getan.

Was sagen Sie dem Busecker, wenn Sie ihm erklären wollen, welchen Vorteil er von Europa hat?

Simon: Wir leben in Europa nicht im Paradies – aber so gut wie an keinem anderen Platz der Welt. Die europäische Einigung hat uns 70 Jahre Frieden, Freiheit und in weiten Teilen Wohlstand gebracht. Warum sollten wir daran ausgerechnet in einer historischen Situation etwas ändern, in der sich die Machtverhältnisse in der Welt verschieben und unterschiedliche Wirtschafts- und Wertesysteme in Wettbewerb miteinander geraten? Der Mehrwert der EU liegt – neben dem Frieden – auch in Buseck in der gemeinsamen Interessenvertretung unserer Werte und unserer Wirtschaft in der Welt. Auch in Buseck hängen Arbeitsplätze und Wohlstand, unsere Art zu leben, ganz entscheidend davon ab, ob wir in Europa zusammenhalten.

Dennoch steht der Brexit bevor. Was würden Sie Theresa May und Großbritannien heute raten?

Simon: Mit Großbritannien verlässt uns ein wirtschaftlich sehr starkes Land, in dem ich ein wunderschönes Studienjahr verbracht habe und wo ich Freunde habe. Es ist ein großer Verlust für die Europäische Union. Großbritannien verlässt die EU, aber nicht Europa. Wir bleiben nicht nur geographisch, sondern vor allem auch mit unseren Werten (Demokratie, Parlamentarismus, Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit) aufs engste verbunden, und wir können gemeinsame Interessen in der Welt nur vertreten, wenn wir wirtschaftlich zusammen bleiben. Ich würde Großbritannien raten, den ausgehandelten Vertrag anzunehmen und dann ein gutes Abkommen über die zukünftigen Beziehungen auszuhandeln. Ob Theresa May das schafft, kann ich nur schwer beurteilen.  

Info

Experte für Völkerrecht

Der 40-jährige Jurist Prof. Sven Simon aus Buseck lehrt Völkerrecht und Europarecht mit öffentlichem Recht an der Philipps-Universität Marburg. Er gehört dem Gießener Kreistag an, ist stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und stellvertretender Kreisvorsitzender. Bereits bei der Europawahl 2014 hatte Simon auf einem Listenplatz kandidiert, den Einzug in das Parlament aber verpasst.

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