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Barbara Marzell: "Unvollständig ohne dich" - Gesichtshälfte auf vergilbter Buchseite. Foto: siw

Liebevoller Blick auf die Menschen

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Buseck(siw). Schon auf den ersten Blick erkennt man, Barbara Marzell ist weder auf eine konkrete Stilrichtung noch auf einen bestimmten Untergrund festgelegt. Einige ihrer Werke sind bis Ostern im Bürgerhaus Oppenrod zu sehen. "Ich mache tatsächlich vor fast keinem Material halt", bestätigt die Künstlerin im Interview mit Dr. Martin Kauer. Sie erzählt, dass Spiritualität in ihrem Leben eine große Rolle spielt und ihr die Beziehung zu Gott wichtig ist: "Menschen faszinieren mich, wie sie ticken, was sie bewegt." Darum malt sie Gesichter. Mit ihren Bildern möchte sie zu einem liebevollen Blick auf die Menschen und zur Wertschätzung jedes Einzelnen einladen.

"Wenn ein Bild zu sehr wie ein Foto aussieht, dann gefällt es mir nicht", sagt Marzell, die in Heuchelheim zu Hause ist. Zwar schon immer kreativ, ist sie dennoch erst 2013 über einen gemeinsamen Malkurs mit der Tochter zum Zeichnen und Malen gekommen.

Und wie ist sie nach Oppenrod gekommen? "Wie alle Künstler, die in den letzten fünf Jahren hier ausgestellt haben, durch einen persönlichen Kontakt", erklärt Kauer. Ein Kunstwerk von Marzell, ein Geschenk einer lieben Patientin, schmückt seine Zahnarztpraxis. Er hat es mitgebracht, hält es in der Hand. Das großformatige Porträt der Bäuerin an der Wand hat die Künstlerin auf einem alten Pappkarton mit Kohle gemalt.

"Ich habe ein halbes Jahr in Afrika gearbeitet und mich in dieser Zeit in die Menschen dort verliebt, die zwischen all ihrem Leid noch fröhlich sind und singen", zeigt die Künstlerin ihren persönlichen Bezug zu diesen Bildern auf. Ein Werk, sie benennt es "unvollständig ohne dich", zeigt die Gesichtshälfte einer Frau. Gemalt ist es mit Kohle, Kreide und Kaffee auf vergilbten Buchseiten, die nebeneinander geklebt das gesamte Bild ausfüllen. Eine außergewöhnliche und sehr wirkungsvolle Idee.

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