Lernen und Leckerlis

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Hunde werden bekanntlich als der beste Freund des Menschen bezeichnet. Die treuen Vierbeiner können aber auch schnell zum nächsten Feind werden: Immer wieder hört man von Bissen. Gerade Kinder ziehen sich dabei schnell ernsthafte Verletzungen zu. Aber nicht immer sind der Besitzer und die Erziehung des Hundes der Auslöser für das aggressive Verhalten der Tiere, sondern auch der ungestüme oder falsche Umgang mit ihnen.

Hunde werden bekanntlich als der beste Freund des Menschen bezeichnet. Die treuen Vierbeiner können aber auch schnell zum nächsten Feind werden: Immer wieder hört man von Bissen. Gerade Kinder ziehen sich dabei schnell ernsthafte Verletzungen zu. Aber nicht immer sind der Besitzer und die Erziehung des Hundes der Auslöser für das aggressive Verhalten der Tiere, sondern auch der ungestüme oder falsche Umgang mit ihnen.

Um die Kinder in der Busecker Kindertagesstätte Mäuseland vor Verletzungen und schlechten Erfahrungen zu bewahren, war dort am Montag Renate Pilz vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Gießen, mit ihrer Therapiehündin Momo zu Gast. Mithilfe des Border-Collie-Mischlings sollten die Kinder den richtigen Umgang mit Hunden lernen und bekamen Tipps, wie sie sich am besten verhalten, wenn Gefahr im Verzug ist.

Dass Hunde zu den beliebtesten Haustieren zählen, wurde schon zu Beginn des Besuchs deutlich. Auf die Frage hin, wer alles einen Hund zu Hause hat, reckten sich viele kleine Arme in die Luft. Um auch die Berührungsängste der Kinder zu nehmen, die keine Erfahrung mit Hunden haben, durfte jedes der Drei- bis Sechsjährigen der Hündin Momo ein Leckerli geben.

Pilz und Momo waren bereits zum dritten Mal zu Gast in der Kita Mäuseland. "Wir wiederholen das Training alle zwei bis drei Jahre", erzählt Gabi Bandt, die Leiterin der Kita.

Pilz erläuterte alltägliche Situationen, in denen die Kinder auf Hunde treffen können, und fragte nach dem richtigen Verhalten. Etwa was man tun sollte, wenn ein niedlicher Hund vor einem Supermarkt angebunden ist. Dabei erfuhren die 19 Kita-Kinder, dass sie immer zuerst den Besitzer fragen müssen, bevor sie sich dem Hund nähern und ihn anfassen können. Auch wie man den Vierbeiner richtig streichelt, lernten die Kinder. Nacheinander durften sie aufstehen und sich Momo nähern. "Zuerst hält man dem Hund die Hand hin, damit er schnuppern kann", erklärte Pilz. "Danach kann man ihn vorsichtig und immer in Fellwuchsrichtung streicheln."

Außerdem brachte die ehrenamtliche Therapiehundeführerin den Kindern die Körpersprache der Tiere näher. Anhand von Zeichnungen, die Hunde in verschiedenen Gemütszuständen zeigten, konnten sie beispielsweise erfahren, dass sie ganz ruhig stehen bleiben und den Hund nicht anschauen sollen, wenn er aggressiv das Fell stellt, die Rute angespannt ist und er die Zähne zeigt. "Direkter Blickkontakt macht ihn noch aggressiver", erklärte Pilz, die sich seit sechs Jahren beim DRK ehrenamtlich engagiert und hauptberuflich beim Deutschen Kinderhilfswerk arbeitet. Wenn ein Hund doch einmal zubeißt, sollten die Kinder auch dann stillhalten und nicht ziehen, wenn er etwa die Hose oder einen Ärmel erwischt hat. "Das animiert ihn dazu, weiterzu zerren", machte Pilz klar.

Nach rund einer Stunde hatten auch diejenigen, die anfangs ängstlich waren, mehr Selbstvertrauen gefasst und trauten sich näher an Momo heran. Zuletzt konnten sich die Kleinen bei einer Mutprobe beweisen: Wer wollte, legte sich auf den Boden und bekam wahlweise ein Leckerli auf das Bein oder die Stirn gelegt, das sich die neunjährige Hündin holen durfte. So ging für alle Beteiligten ein aufregender Vormittag zu Ende.

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