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So kennt man Detlef Klein: als Voraushelfer der Feuerwehr Buseck. Zu seinem 65. Geburtstag heute hängt er seine Dienstjacke an den Nagel.

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Lebensretter mit Spenderherz – Detlef Klein wird 65

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In Buseck hat er zahlreichen Menschen in Not geholfen. Nun muss er altersbedingt damit aufhören – denn heute feiert Detlef Klein seinen 65. Geburtstag.

Heute (Dienstag, 9. Januar) eiert Detlef Klein seinen 65. Geburtstag. Auch wenn der bundesweite Tag der Organspende am ersten Samstag im Juni stattfindet, so nutzt der Beuerner auch seinen Ehrentag als Gelegenheit, um für die Organspende zu werben. Ihm selbst wurde 1999 in der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim ein Spenderherz verpflanzt. "Ohne dieses Spenderherz würde ich vermutlich heute nicht mehr leben, und falls doch, sicherlich nicht in einem lebenswerten Zustand", sagt Klein. Er hätte so vieles versäumt, und auch nicht all das tun können, was er in den letzten Jahren für seine Familie und die Allgemeinheit geleistet hat. Sein enormes ehrenamtliches Engagement, das über weite Strecken zeitlich einem Halbtagsjob gleicht, wird in der Großgemeinde Buseck sehr geschätzt.

Herzprobleme beim Fußball

Vor 35 Jahren hat Klein als Fußball-Trainer von Jugendmannschaften der Sportgemeinscha ft Trohe begonnen (inzwischen Spielgemeinschaft mit Alten-Buseck), seit etwa 20 Jahren ist er Jugendleiter der SG Trohe. Beim Fußballspielen als Aktiver war es auch, als sich bei ihm erstmals Herzprobleme bemerkbar machten und die sportliche Leistungsfähigkeit rapide abnahm. Die zunächst angesetzte medikamentöse Behandlung schlug nicht an. Weitere intensive Untersuchungen ergaben, dass Klein seit Geburt an ein Loch im Herz hat. Der damals 40-Jährige erhielt einen Herzschrittmacher, Operationen an den Herzklappen folgten. Obwohl ein Sauerstoffgerät fortan sein ständiger Begleiter wurde, erlitt er immer wieder Schwächeanfälle. "Ich bin öfters ohne jegliche Vorwarnung hingefallen und habe mir bei den Stürzen sogar Knochenbrüche zugezogen. Außerdem musste ich mehrfach reanimiert werden", erzählt Klein. Es war eine schwere und unsichere Zeit und eine große Belastung für ihn und die gesamte Familie.

Neue Sicht auf das Leben

Mit der Implantation des Spenderherzes begann ein neuer Lebensabschnitt. "Nach einer derartigen Leidensgeschichte regt man sich nicht mehr so schnell über Kleinigkeiten auf und ist einfach nur für die schönen und manchmal ganz alltäglichen Dinge im Leben dankbar", sagt er. Sein Geburtstagswunsch: Noch mehr Menschen sollten sich für eine Organspende entscheiden. Und diejenigen, die einer Organspende positiv gegenüber stehen, sollten unbedingt einen Organspenderausweis ausfüllen und mit sich führen. Dies sollte man auch Angehörigen mitteilen, damit diese nicht in der Phase der Trauer vor solch eine schwierige Entscheidung gestellt werden, sagt Klein.

Zahlreiche Menschen reanimiert

Als in Buseck die Voraushelfer der Freiwilligen Feuerwehr etabliert wurden, war Klein einer der ersten, der sich einer entsprechenden Ausbildung unterzog. Er, der selbst mehrfach reanimiert werden musste, war in den letzten 15 Jahren nun ein Mann, der Menschen in ähnlichen Notlagen reanimierte oder auf andere Weise half. Auch in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Buseck ist er seit vielen Jahren ein Aktivposten. Doch beide Ämter sind ab sofort "Geschichte": Mit dem 65. Geburtstag ist die Altersgrenze erreicht. "Man wird ausgemustert. Sogar Brandsicherheitsdienste darf ich nicht mehr übernehmen." Gefeiert wird heute dennoch.

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