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Am Mittwochnachmittag wurden die Vorarbeiten für die Sperrung des "Brückelchen" gemacht, am Donnerstag sollten die Arbeiten beginnen.

Kulturdenkmal erhalten

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Buseck (siw). Das "Brückelchen" ist ein Wahrzeichen von Großen-Buseck. Dabei handelt es sich um eine steinerne Fußgängerbrücke, die von der Kirchstraße über die Wieseck in den Steinweg und die sogenannten "Todts Gärten" führt. Es wurde erstmals 1709 erwähnt, dürfte aber wesentlich älter sein. Jetzt wird das alte Bauwerk grundhaft saniert.

Die gepflasterte bogig geführte Brücke besteht aus kräftigem Mauerwerk, dessen Wangen mit konvex geformten Steinplatten belegt sind. Wegen ihrer städtebaulichen und geschichtlichen Bedeutung ist die östlich der evangelischen Kirche gelegene Brücke ein Kulturdenkmal. Sie ist ein Teil der zentralen Fußwegverbindung zwischen Anger und Wieseckinsel.

Für die anstehende umfangreiche Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahme hat die Gemeinde Anfang 2018 im Rahmen der Förderprogramms "Stadtumbau in Hessen" 120 000 Euro beantragt und im Herbst 2018 bewilligt bekommen. Die Förderquote beträgt wie bei den meisten Stadtumbauprojekten etwa zwei Drittel der Kosten.

Alte Steine wiederverwendet

Der denkmalschutzrechtliche Antrag wurde zwischenzeitlich durch die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Gießen genehmigt. "Nach Stand der Dinge gehen wir von Gesamtkosten in Höhe von 110 000 Euro aus", erklärte Andreas Stelzl vom städtischen Fachdienst Hochbau.

Er bedauert, dass sich der Beginn der Arbeiten verzögert hat. "Hoffentlich bleiben wir von einem frühen Wintereinbruch verschont." Ein Zeitfenster will er vorsorglich nicht nennen.

Die grundhafte Sanierung umfasst das Abtragen und Reinigen der Mauerwerkssteine der Brüstungen, das Aufnehmen von Bodenmaterial von Hand und das Reinigen des Gewölbebogen sowie der Einbau einer Dichtschlämme und der Wiederaufbau der Brüstungswände mit den alten Steinen sowie nur geringsten Mengen an neuen Ersatzsteinen "Londorfer Basalt". Nach dem Bodenaufbau mit Erneuerung des Kopfsteinpflasters wird dann die Brücke wieder passierbar sein.

Dringender Handlungsbedarf bestand hier nicht nur, um den weiteren Verfall der Bausubstanz zu verhindern, sondern gebot auch die Sicherheit der Nutzer. Diese werden die nächsten Wochen einen kleinen Umweg über die Brücke zum Schulhof machen müssen, um von A nach B zu kommen.

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