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Konzerte sind Zukunftsmusik

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck (siw). Die Jubilare sind vor 25 und mehr Jahren in den Gesangverein Heiterkeit-Sängerkranz Großen-Buseck eingetreten. Kürzlich wurden sie für ihre langjährige Treue unter Einhaltung der Abstandsregeln an der eigenen Haustür geehrt. Die überbrachten Urkunden kamen indes vom Gesangverein »Felicita« Großen-Buseck. Der Grund: Nachdem der Chor Heiterkeit-Sängerkranz im Dezember 2017 seine aktive Sängertätigkeit eingestellt hatte, war die in 1988 als »Junger Chor« gegründete Formation »Felicita« in die Rolle des Haupt-Chores geschlüpft.

Folglich war es konsequent, dass die Jahreshauptversammlung im Januar 2020 beschloss, den Verein nach dem Hauptchor umzubenennen. »Da im Geschäftsjahr 2021 auf unbestimmte Zeit keine Versammlungen abgehalten werden können, war es uns wichtig, die diesjährigen Ehrungen zeitnah vorzunehmen«, sagt die Vorsitzende Martina Herzberger. Mit weiteren Vorstandsmitgliedern hat sie sich diese besondere Aufgabe geteilt. Die Überraschungsbesuche kamen sehr gut an.

Anfang 2020 hatte sich »Felicita« unter der Leitung von Torsten Schön intensiv auf einen Chorwettbewerb vorbereitet, der am 9. Mai in Frickhofen stattfinden sollte. Für den Feinschliff wollte man sich Ende März zu einem Probewochenende in Bad-Soden-Salmünster treffen. Mitte März kam dann das Aus. Wettbewerbe oder gar Konzerte sind jetzt Zukunftsmusik.

Als im Sommer Präsenzproben im großen Saal des Kulturzentrums erlaubt waren, nahmen nicht alle Chormitglieder teil. Die reduzierte Teilnehmerzahl hat sich bei den mittlerweile über die Videoplattform Zoom angebotenen Proben konstant gehalten.

Auf diese Weise können sich die Sängerinnen und Sänger wöchentlich sehen, gemeinsam singen und mit so manchem Späßchen die Gemeinschaft pflegen. »Unsere Mikros sind stumm, man hört nur Torsten und seine Lebensgefährtin Dagmar und das Klavier. Das geht nicht anders, da selbst in Kleingruppen der Ton verzögert ankommt. Als Vorbereitung auf die Chorproben erhalten wir Audios, das ist sehr hilfreich«, berichtet Schriftführerin Nina Baaske. Sie betont: »Da steckt sehr viel Arbeit für den Chorleiter dahinter.« Und: »Es ersetzt den normalen Chorbetrieb nicht, ist aber das Beste, was wir im Moment rausholen können.«

Bettina Kühn, die seit der Gründung im Herbst 2012 den Jugendchor »Joyful Noise« (der jetzt die Position des »Jungen Chores« übernommen hat) leitet, unterbreitet ebenfalls ein Online-Angebot.

Neben dem Gesang widmet sich der Verein in langer Tradition dem Laienspiel, wobei das älteste überlieferte Programmblatt aus dem Jahre 1928 stammt. Zumindest für 2020 und 2021 muss die Theatergruppe »spät dran« eine Zwangspause einlegen.

Das tut auch der Vereinskasse weh, denn die Eintrittsgelder zur Premiere am ersten Weihnachtsfeiertag und der Zweitvorstellung sind neben den Mitgliedsbeiträgen eine wesentliche Einnahmequelle. »Unsere Reserven schmelzen dahin. Durch den Wegfall aller Veranstaltungen geht das natürlich vielen Vereinen so«, erläutert es Kassenwartin Susanne Haupt.

Von den 122 Vereinsmitgliedern waren zuletzt 45 aktiv. »Umso dankbarer sind wir, noch auf viele passive Mitglieder zählen zu können«, fügt Haupt an.

Dies ist ein guter Übergang zu den erst kürzlich geehrten Fördermitgliedern des Gesangvereins. Mit einer Urkunde und einem Präsent wurde gedankt für stolze 75-jährige Mitgliedschaft Alfred Hahn und Heinrich Stephan, Elfriede Seipp für 70, Heinrich Schmidt für 65 und Helmut Wagner für 60 Jahre.

Für jeweils 50 Jahre wurden geehrt Juliane Engelbrecht, Ernst Hahn, Heinrich Mootz, Erna Pfeiffer, Emmi Scheld, Ilona Schmidt, Willi Seibert, Emmi Sommerlad und Bernd Thiele, für 30 Jahre Daniela Nachtigall, Andreas Otto, Marita Stein und für 25 Jahre Martin Stein. COLLAGE: NINA BAASKE

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