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In Buseck bleibt es in den Kindertagesstätten bei einer generellen zweiwöchigen Pause in den Sommerferien. Das entschied das Gemeindeparlament nach ausgiebiger Diskussion. Die CDU hatte deren Abschaffung beantragt. (Symbolfoto: dpa)

Kitas machen zwei Wochen Ferien

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Buseck (con). Die zweiwöchige Pause in den Sommerferien in den Busecker Kindertagesstätten bleibt erhalten. Das entschieden die Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend, wenn auch nur knapp. Auch die Notbetreuung bleibt erhalten. Zusätzlich wird es vier zusätzliche Tage geben, an denen die Kitas neben den ersten beiden Wochen der Sommerferien geschlossen sind, bislang sind es drei.

Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt, die zweiwöchigen Schließzeiten während der Sommerferien komplett abzuschaffen. Die Regelung der zweiwöchigen Pausen habe zu "massiven Problemen bei den Eltern und zu einer Verschlechterung der bislang guten Betreuungssituation in unserer Gemeinde geführt", begründete Dominik Panz (CDU) den Antrag. "Ein Wandel ist in der Gesellschaft eingetreten, und nicht jeder hat Großeltern zu Hause, die sich dann um die Kinder kümmern können."

Zudem würde aus dem Bericht, den Bürgermeister Dirk Haas vorgestellt hatte, nicht hervorgehen, ob tatsächlich die versprochenen Ziele mit den Schließungszeiten erreicht wurden. Mit deren Einführung habe man sich eine Vereinfachung der Urlaubsplanung bei den Erziehern und den Abbau der Überstunden versprochen, zudem weniger Krankheitstage, da das Personal besser Erholung finden könne. Die zweiwöchige Pause sollte auch für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten genutzt werden. "Es wäre gut gewesen, in diesem Bericht zu zeigen: ja, das hat es gebracht", sagte Panz. Doch beispielsweise aus dem Bericht des Elternbeirats der Kita Panama sei ersichtlich, dass sich im Bezug auf die Krankheitstage nichts geändert habe.

Mehr Personal nötig

"Das ist schon eine Hausnummer, wenn man als Bürgermeister hört, man würde Entscheidungen treffen, die an den Lebenswirklichkeiten junger Familien vorbeigehen", entgegnete Bürgermeister Haas auf Panz. "Das macht mich wirklich betroffen".

Die SPD-Fraktion positionierte sich für die Sommer-Schließzeiten - denn nur dadurch könne man Einsparungen bei Personalkosten und Planungen erreichen. Denn mit Wegfall dieser Zeiten würden vier weitere Personalstellen nötig - als Urlaubsvertretung oder man müsse Gruppen zeitweise schließen. Die Kosten für die vier Stellen schätzte die SPD-Fraktion auf rund 160 000 Euro jährlich. "Ich verstehe nicht, warum die CDU diese Zahlen immer wieder anzweifelt. Wenn wir die zwei Wochen öffnen, sind das vier bis fünf Stellen, die wir brauchen", sagte Willy Jost, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Unverständnis für die lange Diskussion äußerte Katharina Habenicht (Grüne): Sie verstehe die Auseinandersetzung nicht, weil sowohl Elternbeiräte als auch Kita-Leitungen eine Empfehlung für die generellen Ferienwochen abgegeben hätten. "Und aus meiner eigener Lebenswirklichkeit weiß ich, dass die zwei Wochen Schließzeiten ein geringes Problem darstellen, wenn man es mit den sechs Wochen Ferien vergleicht, die in der Grundschule fällig werden".

Zünglein an der Waage war die Fraktion der Freien Wähler. Diese war uneinig, sah jedoch bei beiden Anträgen Nachbesserungsbedarf, erklärte Fraktionsvorsitzender Alexander Zippel. Es sei aber grundsätzlich sinnvoll, dass Kinder jedes Jahr zwei Wochen am Stück aus den Tagesstätten herausgenommen werden, um auch ihnen Urlaub von der Kita zu ermöglichen.

Letztlich fiel die Entscheidung mit 14 Ja-Stimmen (CDU und FW), 18 Nein-Stimmen (SPD, Grüne und FW) sowie vier Enthaltungen (FW) gegen den Antrag der CDU aus.

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