Über eine mögliche Erweiterung der Kita in Trohe soll die Verwaltung mit den Grundstückseigentümern verhandeln. FOTO: CON
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Über eine mögliche Erweiterung der Kita in Trohe soll die Verwaltung mit den Grundstückseigentümern verhandeln. FOTO: CON

Kita-Standorte weiter strittig

  • vonConstantin Hoppe
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Buseck(con). Der Streit um Standorte für neue Kindertagesstätten in der Gemeinde Buseck ging am Dienstagabend in den Sitzungen des Sozial- sowie des Haupt- und Finanzausschusses in die nächste Runde: Nachdem seit einiger Zeit der Standort eines neuen Kindergartens in Alten-Buseck umstritten ist, steht ähnliches in Oppenrod bevor.

Für einen Neubau der Kita "Pusteblume" in Oppenrod gibt es aus Sicht der Verwaltung einen geeigneten Standort: Den Fußballplatz an der Turnstraße. Dieser soll laut Sportentwicklungsplan nicht mehr für den Vereinssport genutzt werden - stattdessen soll dort ein Aktivsportplatz entstehen, der verschiedene Sportarten abdecken könne. Gleichzeitig könnte ein Teil der Fläche für den Neubau einer Kindertagesstätte genutzt werden.

Dies ist nötig, weil die Kapazitäten in der "Pusteblume" ausgeschöpft sind. Eine Aufstockung des alten Kita-Gebäudes kommt aufgrund der Statik und des Raumbedarfs nicht infrage.

Neubau oder Verlegung

Dieser Plan stößt jedoch bei CDU und Freien Wählern nicht auf Gegenliebe: Sie kritisieren, dass der Fußballplatz für die Dorfjugend verloren gehe. "Die Zentralität spricht für den aktuellen Standort", sagte Immo Zillinger (FW).

CDU und FW sehen in einem konkurrierenden Antrag vor, dass die Kita an ihrem derzeitigen Standort neu gebaut werden soll, zweigeschossig und mit der Möglichkeit auf Vergrößerung durch die Grünflächen an der Rahberghalle. Geklärt werden muss, ob durch eine Erweiterung die benachbarte Ausfahrt der Feuerwehr betroffen sei. Für die Übergangszeit könnte eine Containerlösung auf dem Festplatz an der Rahberghalle aufgestellt werden.

Die SPD steht hinter den Plänen der Verwaltung. Sowohl im Sozialausschuss wie auch im HFA erhielt der Antrag von CDU und FW bei Gegenstimmen von SPD und Enthaltung der Grünen eine mehrheitliche Beschlussempfehlung.

Auch wenn die SPD nach wie vor hinter dem gemeinsamen Bau einer Grundschule mit Kita in Alten-Buseck steht, gibt es keine Mehrheit, weil CDU und FW dagegen sind. Derzeit laufen Verhandlungen mit der evangelischen Kirche über eine Fläche westlich des Mühlenweges in Alten-Buseck, oberhalb der Landesstraße in Richtung Großen-Buseck. Vor drei Jahren sind Gespräche bereits einmal an der Landeskirche gescheitert, aktuell wäre die Kirche aber zu einem Verkauf der Fläche bereit. Sie will 35 Euro pro Quadratmeter für 3000 Quadratmeter Fläche, zusätzlich soll die Gemeinde Baurecht für zwei angrenzende Grundstücke schaffen, die ebenfalls im Kirchenbesitz sind.

Eine weitere Option, die von CDU und FW bevorzugt würde, ist die Erweiterung des Kindergartens ins Trohe. Auch dort soll geprüft werden, ob die Gemeinde in Besitz von an den Kindergarten angrenzenden Flächen gelangen kann.

Dieser Antrag löste einen handfesten Streit aus (die GAZ berichtete). Denn die Frist, bis zu der der Bürgermeister über die Verhandlungen führen sollte, sei nicht einzuhalten. Die antragstellenden Parteien hatten gefordert, dass bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung erfragt werden soll, welche Möglichkeiten zum Flächenerwerb es gibt.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Willy Jost, hatte in einer Pressemitteilung Form und Stil des Antrages als unfair kritisiert. Das sorgte am Dienstag für schlechte Stimmung und allerlei Anfeindungen unter den Ausschussmitgliedern.

Die Mehrheitsfraktionen gingen aber schließlich auf die SPD zu: "Die Zeiten können wir ja anpassen", sagte CDU-Fraktionschef Frank Müller. Der Bürgermeister soll nun bis zur ersten Sitzung der Gemeindevertretung im Januar über den Sachstand berichten.

Dieser Termin sei der früheste, hatte Jost gesagt. Laut Auskunft von Bürgermeister Dirk Haas könnte es dann Ergebnisse geben, allerdings hänge das stark von der Bereitschaft der Eigentümer ab, die Grundstücke zu veräußern.

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