Kirchenmaus und Kinder hören interessiert den Erklärungen zu dem 150 Jahre alten Instrument zu. FOTO: SIW
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Kirchenmaus und Kinder hören interessiert den Erklärungen zu dem 150 Jahre alten Instrument zu. FOTO: SIW

Wo die Kirchenmaus Charly zu Hause ist

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck(siw). "Herzlichen Glückwunsch" stand auf der Girlande, mit der die Orgel in der evangelischen Kirche Großen-Buseck geschmückt war. "Die alte Dame feiert nämlich ihren 150. Geburtstag", sagte Gemeindepädagogin Steffi Best-Failing bei ihrer Begrüßung zum Gesprächskonzert für Kinder. Doppelt so viele Erwachsene wie Kinder waren zu dieser ersten Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Orgel gekommen.

Der hohe Aufmerksamkeitsfaktor war nicht nur dem imposanten Instrument zuzuschreiben. Unterhaltsam und leicht verständlich erklärte Dekanatskantorin Daniela Werner den Aufbau und die Funktionsweise der Orgel. Dabei half ihr "Charly, die Orgelmaus", gespielt von der 15-jährigen Fabienne Jakubowski. Die fröhliche Musik zum Tanzen und zum Wachwerden (Rondo von Justin Heinrich Knecht) verfehlte ihre Wirkung nicht, die Maus wagte sich von ihrem Schlafplatz hinter der Orgel hervor.

Die Orgel hat 20 Register mit je 56 bis 200 Pfeifen, jede Pfeifenfamilie hat ihren eigenen Namen (Principal, Octave usw.). Große Pfeifen erzeugen tiefe Töne, kleine Pfeifen helle Töne. "Erst das Zusammenspiel erzeugt ein großes Klangspektrum", erklärte Werner. "Oh ja, Klang-Speck-Turm. Ich liebe Speck", entgegnete die Maus. Dann flüsterte sie: "Du musst ja unheimlich reich sein. Die Pfeifen sind doch bestimmt aus Silber."

Blick ins Innere

Werner klärt auf: "Die Pfeifen sind aus einer Mischung aus Zinn und Blei, manche sind sogar aus Holz und eckig. Die erzeugen dann die warmen Klangfarben." Da die Holzpfeifen normalerweise nicht sichtbar sind, durften Interessierte einen Blick in die seitlich geöffnete Orgel werfen.

Werner informierte, was es mit dem Blasebalg und dem unterhalb der Pfeifen verlaufenden Windbalken und dem Windablass für die Restluft auf sich hat.

Nach klassischen Stücken von Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach demonstrierte die Kantorin mit dem Marsch "Blaze-Away" von Abe Holzmann besonders eindrucksvoll die enormen Möglichkeiten der Organisten, den Charakter der Musik hervorzuheben. Die Kinder hatten später ihre helle Freude daran, selbst auf der Orgelbank Platz nehmen und einige Töne spielen zu dürfen. Eine wirklich gelungene und lehrreiche Veranstaltung.

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