age_edeka_1_210421_4c_1
+
Das Edeka-Zentrallager im Gewerbegebiet von Großen-Buseck kann erweitert werden.

»Ja« zur Erweiterung

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
    schließen

Buseck (so). Bald zehn Jahre hat es gedauert - aber jetzt ist klar: Das Edeka-Zentrallager in Großen-Buseck kann erweitert werden. Der Haupt- und Planungsaussschuss der Regionalversammlung hat gestern einmütig grünes Licht gegeben. Das Votum war nötig, weil mit der Erweiterung von den Vorgaben des Regionalplans Mittelhessen aus dem Jahre 2010 abgewichen werden soll.

Edeka-Vertreter verfolgten die Entscheidung ebenso mit Interesse wie der Busecker Bürgermeister Dirk Haas (SPD). Denn schließlich geht es darum, das Zentrallager zukunftsfest zu machen. Von dort aus werden seit 1968 Lebensmittelmärkte in ganz Mittelhessen mit Waren beliefert. In dem seitdem mehrfach umgebauten und erweiterten Zentrallager arbeiten derzeit rund 300 Menschen. Mit der Erweiterung könnten bis zu 60 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.

Das Problem an dem Standort: Die Lagerkapazitäten reichen längst nicht mehr aus. Nur knapp 25 Prozent der Artikel des sogenannten Trocken-Sortiments können laut Edeka in Großen-Buseck gelagert und umgeschlagen werden. Die restlichen Artikel kommen via Lkw aus den Edeka-Lagern in Melsungen und Straußfurt. Edeka beziffert das tägliche Shuttle-Volumen auf 13 Lkw-Züge bzw. Auflieger, die von Melsungen und Straußfurt nach Großen-Buseck gefahren werden. Weitere Folge der Einschränkungen aufgrund fehlenden Lagerflächen: Edeka-Märkte in Raum Alsfeld/ Lauterbach und am Hattenbacher Dreieck werden von Melsungen in Nordhessen aus beliefert. Auch das bedeutet längere Fahrten und mehr Verkehr.

Das Zentrallager Großen-Buseck hat aktuell eine Lagerfläche von 33 600 Quadratmetern Laut Edeka ist der Betrieb Großen-Buseck ohne eine Erweiterung auf Dauer wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Es bedürfe einer deutlichen Vergrößerung, Da fiel sogar schon das Wort von der Standortschließung. Wobei es auch keine schnell zu realisierende Alternative gibt. Vor allem für das Trocken-Sortiment, also Waren, die nicht gekühlt werden müssen, werden zusätzliche 6000 Quadratmeter benötigt, weitere 4300 für Leergut. Damit stünden am Ende knapp 44 000 Quadratmeter Lagerfläche bereit. Das würde den Flächenbedarf, so heißt es im Antrag, sowohl aktuell als auch mittel- bis langfristig abdecken.« Konkret handelt es sich um eine Fläche von 8550 Quadratmetern, für die vom Plan abgewichen werden muss. Um es plastisch zu machen: Das entspricht etwa 15 Bauplätzen für Einfamilienhäuser. Die ursprünglichen Erweiterungsplanungen von 2012 hatten eine um ein Vielfaches größere Fläche vorgesehen. Da hatte der Naturschutz Bedenken, denn schließlich wäre dabei in die Wieseckaue und die Josolleraue mit Niedermoor und Auwald eingegriffen worden, wären seltene Arten wie der Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart, gefährdet worden. Die Bachauen haben Schutzstatus, sind als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet ausgewiesen. Nach dem ersten Antrag auf Erweiterung wurden seinerzeit große Bedenken laut. Letztlich führte dies zu einem Umsteuern. 2016/17 wurde die Planung erstmals verkleinert, später nochmals angepasst. Mit der aktuell vorliegenden Planung wird dem Naturschutz mit Kompensationsvorhaben Rechnung getragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare