Dirk Haas
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Coronavirus

Indien-Trip des Busecker Bürgermeisters könnte länger dauern

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Busecks Bürgermeister Dirk Haas macht zurzeit Urlaub in Indien. Sein Rückflug in der kommenden Woche wurde nun gecancelt. Doch für die Einheimischen seien die Folgen des Coronavirus viel gravierender, sagt er.

Weltweit sorgt das Coronavirus zurzeit für Aufregung, bringt Flug- und Terminpläne in Unordnung. Das gilt auch für Indien, wo Busecks Bürgermeister Dirk Haas mit seiner Frau zurzeit seinen Urlaub verbringt. "Noch geht es uns blendend, wir sitzen in Jaipur beim Lunch", schrieb Haas am Montagvormittag auf Anfrage dieser Zeitung. Der Lufthansa-Rückflug nach Frankfurt kommende Woche sei allerdings gecancelt, Haas hofft auf eine Verbindung am Folgetag. "Ursache, so meine Vermutung, ist die mangelnde Auslastung aufgrund der Viruspanik", schreibt der Bürgermeister. Sowohl in Nepal als auch in Indien sei die Situation bislang "weitgehend entspannt", aber: "Seit vorgestern wird man jedoch auch in Indien etwas unsortiert panischer."

Der Grund: Eine italienische Reisegruppe habe das Virus nun ins Land gebracht. Am heutigen Dienstag beginnt in Indien das mittlerweile weltberühmte, farbenfrohe Frühlingsfest "Holi", an dem sich Millionen von Menschen beteiligen. Unter anderem bestreuen sie sich mit Farben.

Coronavirus in Indien: Fest ohne Touristen

Mit Verweis auf das Coronavirus habe die Regierung des Bundesstaats Rajastan die Teilnahme von Touristen an dem Festival diesmal untersagt und alle touristisch geprägten Veranstaltungen abgesagt, teilt Haas mit. "Wir sind auf morgen sehr gespannt. Wir werden jedenfalls heute Abend mal reinfeiern." Für Touristen kann die Corona-Ausbreitung mit Einschränkungen einhergehen, wie das Beispiel des Bürgermeisters zeigt. Doch was bedeutet dies für das Leben der Menschen vor Ort? Haas befürchtet gravierende Auswirkungen: "Für die vielen Menschen, die hier in Indien unter der Armutsgrenze liegen, wird die Verbreitung des Virus eine zusätzliche Katastrophe werden." Angesichts einer hohen Sterblichkeitsrate bei dort bereits grassierenden Krankheiten sowie weit verbreiteter Unterernährung sei das neuartige Virus ein gravierendes Problem. Auch stehe in der Region der Monsun bevor - und damit eine längere Phase ohne Einkünfte für viele Einwohner.

Immerhin gebe es Umstände, die die Verbreitung des Virus erschweren könnten: "Die unteren Kasten reisen ja nicht, höchstens bis zum nächsten Dorf, das hilft vielleicht ein wenig. Und Händeschütteln ist hier auch nicht üblich." FOTO: JWR

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