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Mika Rau

Improvisierte Komödie in Spielfilmlänge

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Buseck (jwr). Spielfilmdebüt mit 20 Jahren: Mika Rau aus Trohe hat gemeinsam mit Freunden eine etwa 80-minütige »Impro-Komödie« gedreht, unter anderem in Gießen und Buseck. Er hat das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und sich um einen Großteil der Technik gekümmert. Heute präsentiert Rau den Film der Öffentlichkeit - und gibt vorab einen Einblick.

Herr Rau, auf der Homepage zu Ihrem Film ist von »Coming of Age mit Stil« die Rede. Wovon handelt »Das letzte Fest« konkret?

Es geht um eine Gruppe von Teenagern, die merken: Wir werden uns bald aus den Augen verlieren, gehen alle woanders hin. Deshalb fassen sie den Plan, ein letztes Mal zusammen groß zu feiern, das soll am gleichen Abend geschehen. Alle ziehen dann parallel los, treffen Vorbereitungen, damit alles klappt. Und abends sehen sie sich auf der Party wieder.

Wie sind Sie darauf gekommen, einen Spielfilm zu drehen?

Ich habe 2020 Abi gemacht, aber eigentlich schon seit der Grundschule Kurzfilme gedreht, immer auch mit Freunden. Irgendwann versteht man, worauf es ankommt. Dann kam die Idee, in Spielfilmlänge zu drehen - das ist eine große Aufgabe. Wir wollten quasi einen Episodenfilm machen, bei dem die Geschichten parallel ablaufen und sich am Ende wieder vereinen.

Wie groß war der finanzielle Aufwand?

Da hatte ich ganz großes Glück, in der heutigen Zeit aufgewachsen zu sein. Noch vor 20 Jahren hätte ich analogen Film oder Videokassetten kaufen müssen - zum Glück sind wir heute im digitalen Zeitalter, wo das mit weniger technischem Aufwand geht. Über die Jahre habe ich mir einiges an Equipment zusammengesucht, für den Film haben sich die Ausgaben im Rahmen gehalten. Das teuerste war noch die Verpflegung beim Dreh - wir haben oft gekocht oder Pizza bestellt.

Also ein »Low-Budget-Film«?

Ja, finanziell gesehen war es eine Low-Budget-Produktion. Aber Low Budget klingt immer so nach geringem Anspruch, das war bei uns nicht so. Wir haben sehr viel Liebe und Leidenschaft hineingesteckt.

Sie nennen den Film eine »Impro-Komödie«. Sind die Dialoge also spontan entstanden?

Ja. Wir wussten bei den Szenen immer, was passieren soll. Zum Beispiel gehen zwei Musiker in den Probenraum, um einen Song zu schreiben - daraus ist im Nachhinein übrigens eine ganze Band entstanden. Aus Sicht des Filmschaffenden musste ich mir immer überlegen: Was müssen die Zuschauer wissen? Mit improvisierten Dialogen ist es ein bisschen wie mit Seiltanz ohne Netz. Aber wir waren sehr sicher, dass es funktionieren kann.

Wie viele Leute waren am Dreh beteiligt?

Etwa 15. Ich kannte das Team gut, wir sind Freunde. Mit den meisten hatte ich das Unterrichtsfach »Darstellendes Spiel«, dort haben wir auch viel improvisiert. Unser Lehrer hat auch eine kleine Nebenrolle bekommen.

Planen Sie schon weitere Filmprojekte?

Ich habe viele Ideen, aber noch ist nichts spruchreif. Ab nächstem Jahr möchte ich gern Spielfilmregie studieren. Das wird nur an ein paar staatlichen Hochschulen in Deutschland angeboten - ich bin froh, wenn ich da einen Platz bekomme. FOTO: PRIVAT

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