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Die älteste Urkunde, in der Großen-Buseck erwähnt wird, stammt von 1326. Der Kirchturm ist schon über 800 Jahre alt.

Ideenpool zum Ortsjubiläum füllt sich

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Buseck (pm). Die Ideen sprudelten nur so, wie man 2026 das 700-jährige Bestehen von Großen-Buseck gestalten kann. Dieser Tage fand ein Treffen von rund 590 begeisterten Akteuren statt. Alle waren sich einig: »Es ist spannend, welche Kenntnisse, Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen in den vielen Häusern verborgen sind, die man vom ›Kimmelturm‹ aus überblicken kann.

« Das zeigte sich in den Beiträgen und Diskussionen der beiden von Rudolf Buchtaleck und Manfred Weller geleiteten Gruppen.

Mundart spielt eine wichtige Rolle

Ortsvorsteher Sebastian Balser-Kutt begrüßte die geladenen Teilnehmer. Sie alle hatte Weller im Laufe des Jahres persönlich angesprochen und für die Mitarbeit gewonnen. Musikalisch begrüßte Weller auf der Flöte die »Piroschka von Großen-Buseck«: Marianne Schreiner ist im »Hinkelhäuschen« geboren, dem Bahnwärterhaus am Bahnübergang Richtung Rödgen. Ihre Kindheit ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich das Alltagsleben in der Nachkriegszeit wie in keiner Generation davor und danach so drastisch verändert hat.

Das Vorgehen war zunächst ein Experiment, ob ein so offenes Konzept möglich ist. Dies wurde mehr als bestätigt. Daher ist es jetzt nötig, einen öffentlichen Aufruf zu starten. Wer etwas zum Gesamtbild sowohl in der Geschichte, der Gegenwart oder der Zukunft beitragen möchte, kann sich beim Ortsbeirat melden.

Buchtaleck sorgte nach der Begrüßung mit einer Präsentation für Übersicht. Sehr professionell hatte er mit Bildern, Grafiken und Texten das bisher im Ortsbeirat erarbeitete Konzept so anschaulich dargestellt, dass Arbeitsweise der Konzeptgruppe und Ziele klar wurden. In den beiden Diskussionsrunden wurde engagiert diskutiert und so konnten schon konkrete Vorschläge der Einzelbeiträge erklärt werden.

Es soll ein großes Bild von Großen-Buseck aus vielen einzelnen Puzzleteilen geschaffen werden. Jedes dieser Puzzleteile wird eigenverantwortlich erstellt. Dabei ist der Weg von der Vergangenheit über die Gegenwart zur Zukunft wichtig. Gerade mit der Zukunft werden sich Jugendbeirat und Ausländerbeirat gemeinsam befassen. »Wie wollen wir 2050 in Großen-Buseck leben?« lautet eine Fragestellung. Die Arbeit muss dokumentiert und für jeden zugänglich sein.

An Gebäuden und Straßen angebrachte Schildchen können mit einem QR-Code ausgestattet Informationen auf das Smart-Phone übertragen, womöglich auch noch Hördateien in Busecker Mundart. »Es scheint alles zunächst einmal ziemlich verrückt, was in Großen-Buseck momentan zum Jubiläum gedacht wird. Wir machen es ganz anders als üblich«, begründet Weller die Ziele, denn: »Sonst wäre ich vermutlich nicht dabei.«

Die Mundart wird eine wichtige Rolle spielen, dazu gibt es im Januar 2022 einen ersten »Stammtisch« zum Thema »Beschreibung von Charakteren«. In Hochdeutsch soll erläutert werden, was man etwa unter »Schoude, Uffluod, Mirch, Duonsel, Schinnuos owwer Rudlaafsfenger« versteht.

Wichtig ist, dass viele ältere Experten daran mitarbeiten. Sie kennen von Kindheit an diese Bezeichnungen und wissen ganz genau, was gemeint ist. Verblüffend war aber, dass alle jungen Akteure ausnahmslos sich für eine solche Arbeit interessieren und angemeldet haben.

Der Ortsbeirat ist Veranstalter der Jubiläumsaktivitäten. Gemeinsam mit der Gemeinde werden alle Veranstaltungen geplant - ideale Zusammenarbeit auf kürzestem Dienstweg. Es war das erste Treffen der Akteure, die ihr spezielles Thema bearbeiten. Es folgt ein Treffen der Vereine. Sie sollen dort ihre ersten Vorstellungen diskutieren, wie sie sich im Jubiläumsjahr einbringen und darstellen möchten. Ein weiteres Treffen ist mit dem Gewerbeverein geplant. Kirchen, Schulen und Kitas sind über das Busecker Bildungsforum eingebunden. Ein Nebel verdeckt noch an vielen Stellen das Bild der Vergangenheit Großen-Busecks. Je mehr sich an den Vorbereitungen beteiligen, umso klarer wird das Bild der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Großen-Buseck (Info/Kontakt: Manfred Weller, E-Mail an Busecker-Schu le@gmx.de). ARCHIVFOTO: GECK

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