Die Projektbeteiligten sehen in der Neugestaltung des Mönchwiesengrabens einen Gewinn für den Hochwasserschutz. FOTO: JWR
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Die Projektbeteiligten sehen in der Neugestaltung des Mönchwiesengrabens einen Gewinn für den Hochwasserschutz. FOTO: JWR

Hochwasserschutz

Hochwasserschutz in Beuern: Neuer Bachlauf soll entlasten

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Nach vielen Jahren ohne Ergebnis wird der Hochwasserschutz in Beuern nun vorangetrieben. Zwar ist es nicht die einst geplante "große Lösung", doch die Beteiligten zeigen sich zufrieden mit der nun gewählten Variante.

Diese Baumaßnahme sei für den Hochwasserschutz in Beuern fast ein "Jahrhundertereignis", sagte Busecks Bürgermeister Dirk Haas beim Ortstermin am Mittwoch: Nach jahrzehntelangem Zerren darum, wie der Bereich Fünfhausen in Beuern effektiv vor Hochwasser geschützt werden kann, wird nun die Lösung angegangen.

Für insgesamt rund 320 000 Euro inklusive Planungskosten lässt die Gemeinde Bachläufe in diesem Bereich ändern. Bei Starkregen bestand bislang das Problem, dass der Krebsbach entlang der Wohnbebauung in Fünfhausen mitunter über die Ufer trat. Hier, mitten im Tal, staute sich dann das Wasser. In den von Allertshausen nach Beuern fließenden Krebsbach mündet bislang auch der Erlenwiesenbach aus Richtung Geilshausen.

Statt entlang der Landesstraße in den Krebsbach soll dieser Bach künftig in sein altes Bett geleitet werden und hinter der Wohnbebauung in den Mönchwiesengraben münden. Dieser wird verbreitert und renaturiert. Zusätzlich wird an der Landesstraße eine Flutmulde angelegt, die im Extremfall Entlastung schaffen soll. Sollten die Bachläufe dort trotzdem über die Ufer treten, könne das Wasser in die umliegenden Auen abfließen, hieß es beim Ortstermin.

500 Meter lange Baustraße

Die gewählte Variante diene nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch dem Naturschutz, sagte Haas, der Beuern nun für künftige, extreme Hochwasser wie zuletzt vor zwei Jahren gut gewappnet sieht. Man habe auch ein Büro für ökologische Baubegleitung eingebunden.

"Es gibt keinen hunderprozentigen Hochwasserschutz", äußerte sich Henning Heinze (Planungsbüro Zick-Heßler) am Mittwoch und erläuterte zugleich die nun begonnenen Arbeiten: Die Baustraße entlang des Mönchwiesengrabens (gut 500 Meter lang) wurde mit Metallplatten ausgelegt, sodass es keine Bodenverdichtung gebe. Insgesamt, so Heinze, würden rund 1800 Kubikmeter Erde bewegt und teils wieder lokal verwendet. Weiden, die den Mönchwiesengraben zurzeit flankieren, werden einbezogen und künftig teils mitten im Gewässer stehen. Zurzeit würden Rohre für einen unterirdisch geführten Teil des Mönchwiesengrabens eingebaut. Nach Maßgabe des Regierungspräsidiums müssten die Arbeiten bis Ende Februar komplett abgeschlossen sein, womöglich werde es aber früher klappen, informierte der Planer.

Im Vorfeld sei es eine große Herausforderung gewesen, für die Renaturierung die nötigen Grundstücke zu erwerben, so Haas. Durch "gute Verhandlungen" mit den rund 15 Eigentümern sei dies gelungen, teils auch über Flächentausch, sagte der Bürgermeister weiter: "Schon vor meiner Amtszeit war klar, dass die ›große Lösung‹ mit einem Rückhaltebecken an der Landesstraße nicht zu realisieren ist." Trotz langer Verhandlungen mit Behörden, Planern und Anliegern sei diese trotz zugesagter Förderung seinerzeit gescheitert - auch wegen Widerständen gegen die Flurbereinigung.

Laut Haas wird die "reduzierte" Variante nun zu 80 Prozent aus einem Landesprogramm für Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz gefördert. Den verbleibenden kommunalen Anteil könne sich die Gemeinde auf ihrem Ökopunkte-Konto anrechnen lassen.

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