Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl der Gemeindevertretung in Buseck: »Historische Niederlage«

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Der Trend ist in vielen Kommunen ähnlich, aber in Buseck besonders deutlich: Rot verliert, Grün gewinnt. Während die SPD den Status als stärkste Fraktion an die Freien Wähler verliert, legen die Grünen kräftig zu.

Buseck (jwr). Der Trend ist in vielen Kommunen ähnlich, aber in Buseck besonders deutlich: Rot verliert, Grün gewinnt. Während die SPD den Status als stärkste Fraktion einbüßt, vier Sitze in der Gemeindevertretung verliert und damit nur noch zehn hält, legen die Grünen kräftig zu und sind künftig mit fünf statt zwei Personen im Parlament vertreten.

»Vor zehn Jahren hatten wir auch fünf Sitze, da wollten wir wieder hin«, äußert sich Luise Böttcher, bislang eine von zwei grünen Gemeindevertreterinnen. »Wir sind sehr zufrieden«, so Böttcher weiter - zumal man künftig auch wieder im Gemeindevorstand vertreten sein werde. Schon jetzt sei klar, dass künftig drei Frauen und zwei Männer für die Grünen im Parlament sitzen.

Als stärkste Fraktion lösen die Freien Wähler in Buseck die Sozialdemokraten ab - was aber vor allem an den deutlichen Verlusten der SPD liegt, wie FW-Fraktionsvorsitzender Alexander Zippel einräumt. Wie schon in der vorletzten Wahlperiode haben die FW künftig 13 Stimmen im Parlament, eine mehr als zuletzt, während die CDU nur leicht hinzugewinnen konnte und weiter neun Sitze hält.

Zippel gibt Fraktionsvorsitz ab

In Alten-Buseck ist der Vorsprung der FW besonders markant, in einem Wahlbezirk holen sie dort fast 56 Prozent. Dieser Ortsteil sei »traditionell ein gutes Pflaster für die Freien Wähler«, so Zippel. Am Mittwochabend werden sich die FW ihm zufolge intern abstimmen, das Ergebnis bewerten. »Der Fraktionsvorsitz wird nicht mehr mein Amt sein«, sagt Zippel schon jetzt, auch mit Blick auf die Arbeitsbelastung. Ob FW und CDU künftig die gemeinsame Mehrheit in einer festen Koalition nutzen, sei aber noch unklar: »Wir werden die Zusammenarbeit mit der CDU suchen - in welcher Form, müssen wir sehen.« Zippel weiter: »Es ist eine unglückliche Situation für Buseck, dass der Bürgermeister keine Mehrheit im Parlament hat«, er spricht von »einem Armdrücken, das keiner gewinnen kann«. Nun hoffe man natürlich, dass Michael Ranft als gemeinsamer Kandidat von FW und CDU im September das Rennen gegen Amtsinhaber Dirk Haas (SPD) macht.

Der Busecker SPD-Chef Norbert Weigelt spricht von einer »historischen Niederlage - seit der Gebietsreform sind wir bisher immer die stärkste Kraft gewesen«. Trotz der jüngsten Debatten um die Betrugsfälle durch einen Verwaltungsmitarbeiter und Kritik an Haas’ Reaktion darauf habe er mit einem so deutlichen Verlust nicht gerechnet.

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