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Rund zwei Hektar umfasst der zweite Abschnitt des Wohnbaugebiets »Hainerde« in Großen-Buseck.

»Hainerde II« in den Startlöchern

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Der zweite Abschnitt des Baugebiets »Hainerde« am Rande von Großen-Buseck soll Platz für knapp 80 Wohneinheiten bieten, die Erschließung hat begonnen. Doch längst nicht alle Interessenten werden zum Zug kommen - die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Vielfaches.

Eingeladen hatten die Projektverantwortlichen zum Spatenstich, doch der ist im Grunde längst vorbei. Die vorbereitenden Arbeiten für den zweiten Abschnitt des Wohnbaugebiets mit Hanglage am östlichen Ortsrand von Großen-Buseck sind bereits in vollem Gange. Über die Details und die weitere Planung des Projekts haben Vertreter der Gemeinde und der Immobiliengesellschaft Imaxx am Donnerstag bei einem Ortstermin informiert.

Insgesamt fast 80 Wohneinheiten sollen auf dem knapp zwei Hektar großen Areal entstehen. Neben 14 Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser sind laut Imaxx vier Grundstücke für Mehrfamilienhäuser samt Staffelgeschossen vorgesehen, vor allem für Mietwohnungen. Die Mischung soll in etwa jener im benachbarten Abschitt »Hainerde I« entsprechen, der laut Bürgermeister Dirk Haas vor etwa einem Jahr abgeschlossen wurde. Zudem sind für Planung und Erschließung weitgehend die gleichen regionalen Firmen zuständig wie im ersten Abschnitt: die Planungsbüros Fischer und Zick-Heßler, die Firma Weimar sowie Imaxx als Vermarkter.

Der Quadratmeterpreis für die Grundstücke liege bei bis zu 189 Euro inklusive Erschließungskosten, hieß es beim Termin. Zu den baulichen Vorgaben gehört unter anderem, dass 30 Prozent der Dachflächen für Energiegewinnung mittels Fotovoltaik oder Solarthermie genutzt werden. Die Grundlagen für das Baugebiet wurden, wie Haas erläuterte, bereits vor sechs Jahren vertraglich geschaffen. »Um den zweiten Bauabschnitt gab es ein bisschen Kontroverse«, so Haas beim Termin. Das ist noch milde ausgedrückt: Einige Anwohner hatten eine Online-Petition gegen die Planung gestartet. Bedenken gab es unter anderem bezüglich der Ausmaße der Gebäude, bemängelt wurde teils auch, dass Imaxx über die ursprüngliche Planung unzureichend informiert habe.

In der Folge gab es einen Workshop, um offene Punkte auch mit den Anwohnern zu besprechen. »Das war auch für uns ein Novum«, sagte Imaxx-Projektleiter Fabian Schäfer am Donnerstag. So habe man die Anrainer »mitgenommen«, es habe viele konstruktive Hinweise gegeben. Ein Modell des Dialogs, das sich laut Schäfer bewährt hat und nun auch als »Blaupause« für andere Baugebiete dienen könne. Haas spricht von einem »guten Prozess«.

Noch ist die Lärmbelastung durch die nebenan verlaufende Umgehungsstraße auf der Baustelle deutlich hörbar, das soll sich ändern: Geplant ist laut Haas eine Kombination aus Lärmschutzwand und wall samt Begrünung.

Die Nachfrage nach den Baugrundstücken übersteigt, wie zurzeit vielerorts, das Angebot um ein Vielfaches. »Es gibt über 400 Bewerber«, sagte Schäfer. »Wir haben einen hohen Druck auf dem Wohnungsmarkt und es ist notwendig, dass wir erweitern«, bekundete der Bürgermeister und verwies auch auf das geplante Baugebiet »Rahberg II« (Oppenrod). Dabei sei auch die Gemeinde gefordert, müsse die Infrastruktur dem Wachstum anpassen, etwa in den Bereichen Kita und Wasserversorgung. Zunächst bedürfe es dafür auch kräftiger Investitionen durch die Gemeinde, erst in etlichen Jahren werde die Kommune durch gestiegenen Steuereinnahmen unter dem Strich finanziell profitieren.

Die enorm hohe Nachfrage nach Baugrundstücken führt Haas unter anderem auch auf die aktuelle Niedrigzinsphase zurück, »da ist bei vielen die Motivation hoch, sich ein eigenes Haus zu leisten«. Nicht zuletzt trage womöglich auch die Corona-Situation dazu bei, dass Menschen sich mehr Raum für sich und ihre Familien wünschten.

Zwar wird im Bereich »Hainerde II« kein sozialer Wohnungsbau betrieben. Doch Haas versichert, dass dort »bezahlbare Wohnungen« entstehen sollen. »Nicht jeder kann sich ein Einfamilienhaus leisten, viele sind auch mit einer Mietwohnung zufrieden«, so Haas. Eine Untersuchung des Landkreises habe ergeben, dass es auch einen hohen Bedarf an Wohnungen mit 60 bis 70 Quadratmetern Fläche gebe - auch dieser Nachfrage trage man mit dem zweiten Bauabschnitt Rechnung. Gleichwohl sei es notwendig, auch die Innenverdichtung in den Ortsteilen voranzutreiben. Haas: »Wir wollen einen Donut-Effekt vermeiden: Drumherum wird gebaut, innen stirbt der Ort aus.«

Wie geht es nun weiter? Laut Imaxx soll zunächst der Lärmschutz errichtet werden, dann die Mehrfamilienhäuser, die ebenfalls einen lärmmindernden Effekt hätten, und zuletzt die Einfamilienhäuser. Geplant sei eine ringförmige Verkehrserschließung zwischen Bonhoefferstraße und Grünberger Weg mit einer verkehrsberuhigten Stichtraße. Schäfer: »Wir wollen gegen Ende des Jahres die Bauplätze an die Bewerber übergeben, sodass sie im kommenden Jahr beginnen können.«

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