35 Feuerwehr-Oldtimer begeben sich auf eine 70 Kilometer lange Überlandfahrt durch den Norden des Landkreises Gießen und den südlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf. FOTO: VH
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35 Feuerwehr-Oldtimer begeben sich auf eine 70 Kilometer lange Überlandfahrt durch den Norden des Landkreises Gießen und den südlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf. FOTO: VH

Auf großer Fahrt

  • vonConstantin Hoppe
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Buseck/Lollar/Wettenberg(vh). Feuerwehrdienst ist ein Ehrenamt. Normalerweise fährt keine Kameradin und kein Kamerad nur so aus Spaß mit einem leuchtend roten Fahrzeug in der Gegend herum. Momentan beherrscht aber ein Virus das Geschehen, und diesbezüglich gibt es kaum noch Normalität. Abgesagt werden mussten auch die Golden Oldies in Krofdorf-Gleiberg. Dort hätte die ortsansässige Freiwillige Feuerwehr mit sechs Oldtimer-Modellen geglänzt. Daraus wurde nichts. Doch Sebastian Moos, Sprecher des Fördervereins der dortigen Wehrleute, wollte so leicht nicht vor dem Corona-Virus kapitulieren. Und: Wozu hat man eigentlich Freunde in anderen Feuerwehren - etwa Thomas Nürnberger vom Förderverein der Kernstadt Lollar und der aktive Feuerwehrmann Frank Müller aus Großen-Buseck?

Vorstellung am Seniorenheim

Man steckte die Köpfe zusammen, es begann tatsächlich zu rauchen, freilich nur symbolisch, und heraus kam die Idee einer Überlandfahrt mit Feuerwehr-Oldtimer-Modellen. Dank What’sApp sind die Eigentümer von solchen Oldtimern in Hessen miteinander vernetzt. Am Ende gab es 35 Zusagen von überall her. Nürnberger machte sich an die genaue Streckenplanung. Start (Rewe-Markt) und Ziel (Grillhütte) war jeweils in Großen-Buseck. Die rund 70 Kilometer lange Route der Überlandfahrt führte durch Ortschaften des Nordkreises und des südlichen Landkreises Marburg-Biedenkopf über Alten-Buseck, Lollar, Wißmar, Krofdorf-Gleiberg, Krumbach, Kirchvers, Reimershausen, Oberwalgern, Fronhausen/Lahn, Erbenhausen, an Leidenhofen vorbei nach Winnen, Nordeck, Londorf, Kesselbach, Geilshausen, Beuern und zurück nach Großen-Buseck.

Beim Start in Großen-Buseck drehte das Hessenfernsehen. Am Feuerwehr-Stützpunkt in Lollar standen die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung Spalier. Genaugenommen saßen sie bequem und winkten. Am Seniorenzentrum Gleiberger Land in Krofdorf Gleiberg wurden die Oldtimer-Modelle per Lautsprecher den Heimbewohnern vorgestellt. Das älteste Fahrzeug: ein Opel Blitz von 1939. Aufgrund der unnormalen Verhältnisse musste man auch bei dieser eigentlich Virus-unverfänglichen Veranstaltung ein Konzept erarbeiten. Einerseits wollten die Organisatoren ja die Feuerwehr zu den Menschen bringen. Andererseits sollte es keinen Massenauflauf geben. Daher fuhren die Oldtimer in kleineren Gruppen, was zu der Kuriosität führte, dass nach einem vermeintlichen Konvoi-Ende lange noch nicht Schluss war.

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