Eine stimmlich-betörende Einheit: Kerstin Bauer, Karola, Sofia und Dorotea Pavone (von links) als Vokalquartett "cantus aureus".
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Eine stimmlich-betörende Einheit: Kerstin Bauer, Karola, Sofia und Dorotea Pavone (von links) als Vokalquartett "cantus aureus".

Großen-Buseck: Goldener Gesang verzückt in St. Marien

Buseck (siw). Aufmerksam, geradezu andächtig lauschten die Gäste den Sopranistinnen Dorotea und Karola Pavone und Kerstin Bauer sowie der Mezzosopranistin Sofia Pavone. Mit ihrem Konzertprogramm "Sommernachtsträumerei" gaben sie in der Reihe "Musik in der Kirche" in St. Marien eine eindrucksvolle Vorstellung.

Als Vokalquartett "cantus aureus" im Jahr 2013 gegründet, treten die vier Sängerinnen deutschlandweit auf. Ihrem Namen, übersetzt goldener Gesang, wurde das Quartett in Großen-Buseck voll gerecht.

Hingebungsvoll-leidenschaftlich und wenn es angebracht erschien, mit leisem Feingefühl und Demut stellten sie Lieder über die christliche Nächstenliebe, die Caritas, dem Amor als Symbol der weltlichen Liebe gegenüber. Lobgesänge und Psalmen führten den Besuchern vor Augen, dass es immer einen Grund zur Dankbarkeit gibt.

Die volle Bandbreite der weiblichen Stimme schöpften sie von Konzertbeginn an aus. Die klanglich leuchtenden und sprachlich transparenten Interpretationen von Werken wie "Laudate Dominum" (Psalm 116) und "The Lord ist my shepherd" (Der Herr ist mein Hirte) von Javier Busto und Verdis "Laudi alla Vergine Maria" sorgten für einen erbaulichen Auftakt und machten neugierig auf mehr.

Einige Stücke, wie das "Tantum ergo" von Gabriel Fauré und "Nigra sum" des Komponisten Pablo Casals begleitete Dorotea Pavone am E-Piano. Als Dirigentin des katholischen Kirchenchors von St. Marien hatte sie einerseits ein Heimspiel, stand aber anderseits ganz besonders im Fokus des Publikums.

Nach dem schwungvollen Spiritual "I’m gonna sing" (Lela Anderson) war erstmals im Konzertgeschehen Applaus erlaubt, und der wurde reichlich gespendet, bevor einige Stücke in deutscher Sprache erklangen. Darunter das alte Volkslied "Am Brunnen vor dem Tore" in einer sehr ansprechenden Version. Nach einem alten Minnelied und dem Ständchen von Johannes Brahms, einer schwedischen Volksweise sowie fünf Kostproben aus Robert Schumanns "Romanzen" und einem frischen "I’m beginning to see the light" ging nach 90 Minuten feinstem Hörgenuss das Konzert seinem Ende entgegen. Ob im Pianissimo oder bei den dynamischen Spitzen, die vier Damen trafen stets den Ton in der richtigen Stärke, bestachen mit akustischem Gespür und bildeten ein stimmlich-betörende Einheit. Die Ovationen waren daher mehr als verdient. Die Zugabe: Frank Sinatra’s "Flying to the moon".

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