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Helga Rutz freut sich über neue Mitsänger.

"Es gibt keine falschen Töne"

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Buseck (siw). Die Stimme ist das coolste Instrument. Und das Beste: Man hat sie immer dabei. Außer sie ist wegen einer Erkältung ausgefallen. Wer öfters singt, stärkt seine Abwehrkräfte. Dies ist wissenschaftlich bewiesen. Singen kann man im Wald und auf der Heide, bei der Hausarbeit oder in der Badewanne. Nahezu überall. Doch am meisten Spaß macht es in der Gemeinschaft. Wer es - aus welchen Gründen auch immer - nicht schafft, regelmäßig an wöchentlichen Chorproben teilzunehmen, der ist in dem neuen Kurs der Katholischen Familienbildungsstätte gut aufgehoben. "Sing mit!" heißt das neue Angebot.

Kursleiterin Helga Rutz brachte Texte von Volksliedern und Schlagern mit. Man entschied sich für letzteres. Eine Wunschliste war schnell zusammengestellt. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich, auf den Vorlagen sind erst gar keine zu finden. "Es gibt keine falschen Töne, nur Variationen", meinte Barbara Nölle. Damit will die FBS-Leiterin Mut dazu machen, frei von der "Leber weg" zu singen. Es wurde einstimmig in mittlerer Tonlage gesungen, ja, regelrecht nach Herzenslust geschmettert. Dies ohne jeglichen Leistungsdruck.

Chöre singen mehrstimmig, arbeiten meist auf Ziele hin. Für eine vernünftige Chorarbeit ist ein regelmäßiger Probenbesuch der Sänger die Grundlage. Wer viele Verpflichtungen oder unregelmäßige Arbeitszeiten hat, erhält nun bis zum Jahresende die Möglichkeit, einmal im Monat in einem kleinen Kreis zu singen.

Seit etwa 20 Jahren bietet Rutz in Kurkliniken in Bad Nauheim ein freies Singen für Patienten an. Zuvor hat sie Straßenmusik in Fußgängerzonen gemacht. "Die Leute sind damals einfach stehen geblieben und haben mitgesungen," erzählt sie. "Das war toll."

Eine Kursteilnehmerin hat früher in einem Gospelchor gesungen. Den gibt es nicht mehr. Aber Gospel ist eigentlich "ihr Ding" geblieben. An den nun gemeinsam gesungenen Schlagern wie "Hello, Mary Lou", "Itsy Bitsy Teenie Weenie" und "Schuld war nur der Bossa Nova" hat sie dennoch großen Gefallen gefunden. Vor dem Tschüss-Sagen erklärte sie: "Eigentlich bin ich heute nur für meine Mutter eingesprungen. Sie war angemeldet und konnte nicht teilnehmen. Beim nächsten Mal kommen wir dann beide." Diese Aussage spricht für sich!

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Die nächsten Termine: 22. Oktober, 26. November, 17. Dezember jeweils von 20 bis 21.30 Uhr im Mehrzweckraum der FBS, Haus Elisabeth, Bismarckstraße 41. Die Gebühr beträgt 4,50 Euro pro Termin. Anmeldungen unter 0 64 08/24 77. (Foto: siw)

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