Julian Stange
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Julian Stange

Feuer und Flamme für App

  • vonred Redaktion
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Buseck(pm). "Ich interessiere mich für Computer und habe mir das meiste selbst beigebracht." Wenn Julian Stange das sagt, klingt es fast so, als sei das Programmieren einer App nichts besonderes. Ist es für den 16-Jährigen auch nicht. Daher hat er genau das für die Jugendfeuerwehr Buseck, in der er selbst Mitglied ist, gemacht. Während der Beuerner mit Unterstützung von Informatiker und Mentor Daniel Hahn (Feuerwehr Großen-Buseck) vornehmlich für die technische Seite zuständig war und ist, kommen die Inhalte in erster Linie von Gemeindejugendfeuerwehrwart Kevin Döll. Rund ein Jahr Arbeit haben die drei investiert. Jetzt kann die App genutzt werden.

Anfangs war sie nur für Termine und Mitteilungen gedacht. "Doch dann haben wir das weiterentwickelt. Ich kam immer wieder mit neuen Ideen um die Ecke", schmunzelt Kevin Döll. Davon zeugen die vielen gelben Post-its in der Größe eines Smartphones, auf denen er seine Einfälle vermerkt hat. Jetzt finden sich in der App nicht nur die Termine und die Rückmeldefunktion, ob jemand kommt oder nicht. Es gibt Bilderalben, Videos, Informationen über die Fahrzeuge in allen Ortsteilen, Wissenswertes rund um das Thema (Jugend)feuerwehr oder auch wichtige Ansprechpartner.

Die Idee dahinter: "Die Kinder und Jugendlichen sollen stetig mit der App arbeiten. Gerade in Zeiten von Corona, in denen ein normaler Übungsbetrieb nicht möglich ist. Daher gibt es auch ein Quiz mit Fragen in verschiedenen Schwierigkeitsstufen", sagt Kevin Döll. "Eventuell können wir auch spezifische Fragen für die Abnahme der Leistungsspange einpflegen, damit die Jugendlichen üben können", hat der 16-Jährige gleich eine nächste Idee. Denn grundsätzlich gilt: Die App ist jederzeit erweiterbar.

Je nachdem, ob der Nutzer ein normales Mitglied, Betreuer oder Administrator ist, gibt es unterschiedliche Berechtigungsstufen. Fotos hochladen dürfen beispielsweise nur ausgewählte Personen. Es ist übrigens kein Muss, die App zu nutzen und herunterzuladen. "Das kann jeder, auch mit seinen Eltern, selbst entscheiden", sagt Döll. Ein Zugriff auf die Inhalte ist auch über eine Homepage möglich, dann können aber keine Benachrichtigungen verschickt werden. Grundsätzlich gilt: Jeder Nutzer benötigt Zugangsdaten.

Döll: "Wir erhoffen uns, das Thema Feuerwehr mehr in den Fokus zu rücken. Und die Jugendfeuerwehr soll nicht hintenanstehen bei der Digitalisierung." Im günstigsten Fall hilft sie auch bei der Mitgliederwerbung. Aber vor allem stellt sie eine Vereinfachung für die Betreuer dar: Sie wissen beispielsweise vor einer Übung, wie viele Jugendliche kommen. Mitteilungen können direkt versandt werden. Die "Dienstpost", die ausgeteilt wird, gibt es auch weiterhin - aber sie wird minimiert.

Die Idee, eine App zu entwickeln, hatte Gemeindebrandinspektor Torsten Hansmann. Er weiß um die Fähigkeiten des 16-Jährigen. Bei einer Kanutour 2019 hatte er sich mit Julian über realisierte Projekte unterhalten. "Ich dachte, dass wir vor allem Termine in eine App packen könnten. Aber was jetzt daraus geworden ist, ist phänomenal", lobt Hansmann. Dieser Einschätzung schließt sich auch Bürgermeister Dirk Haas an: "Hier werden das Lernen und Informationen mit Spaß gekoppelt". Das kommt bei den Jugendlichen sehr gut an, wie die Rückmeldungen zeigen. FOTO: PM

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