Fehlen von Unterlagen beklagt

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Buseck (con). Was war denn da los? Eine Stimmung wie in den Sitzungen des Sozial- und Bauausschusses der Gemeinde Buseck am Montag erlebt man sonst eher selten: Unfrieden und Vorwürfe zwischen SPD, CDU und FW dominierten das Stimmungsbild. Und dabei stieß die Sitzung des Bauauschusses auch noch auf großes Interesse der Bevölkerung: So viele Besucher wie am Montagabend sieht man im Sitzungssaal des Thal’schen Rathauses eher selten.

Grund waren unter anderem die Planungen zur Erweiterung der Grundschule in Alten-Buseck inklusive Kindertagesstätte - letzteres war auch das Thema, für das die meisten Besucher zur Sitzung erschienen waren. Die Gemeinde würde hier, wie bereits berichtet, gerne gemeinsam mit dem Kreis Gießen die Schule erweitern und gleichzeitig eine Kinderbetreuung schaffen; dazu soll auch das alte und nicht mehr genutzte Sportgelände bebaut werden. Denn nach der Bürgerinformationsveranstaltung zur Schulerweiterung am Dienstag vor einer Woche wurde klar: Die Anwohner in dem Gebiet stehen nicht völlig hinter den aktuellen Planungen.

Hauptkritikpunkt ist die Verkehrsbelastung im Bereich Rinnerborn/Friedensstraße/In den Gräben/Wiesenstraße. "Die Anwohner sehen die Problematik vor allem in der zusätzlichen Verkehrsbelastung - wir müssen schauen, wie wir da ein schlüssiges Verkehrskonzept schaffen", meinte Frank Müller (CDU). "Doch dafür fehlen einfach noch die entsprechenden Unterlagen, um sich eine abschließende Meinung zu bilden."

Verkehrsbelastung befürchtet

Ein Vorwurf, der schon öfter erhoben wurde: Anscheinend kommen manche Unterlagen zu spät oder gar nicht bei den Gremienmitgliedern an, sodass sich diese nicht mehr mit der Thematik auseinandersetzen können. Weiter sagte Müller: "Es erscheint der Eindruck, dass wir dagegen wären - dabei fehlen uns einfach nur noch die entsprechenden Unterlagen und Informationen."

Kai Bolte (FW) kritisierte zudem, dass die Gemeinde bei den aktuellen Planungen die Stellplatzsatzung nicht richtig einhalten könne: "Kita und Schule passen da gemeinsam nicht hin - auf lange Sicht werden dort Probleme geschaffen." Ein Vorwurf, den Bürgermeister Dirk Haas so nicht stehen lassen wollte: "Ich finde das schon dreist - wir haben bewiesen, dass die Stellplatzsatzung eingehalten wird", führte er aus. "Sollten Stellplätze aufgrund einer Bushaltestelle entfallen, dann können die in den Norden des Gebäudes verlegt werden - wir sind bei den Planungen sehr flexibel."

Auch die Anwohner sehen hier große Probleme auf sich zukommen, wie auch einige Zwischenrufe in der Sitzung bewiesen. Denn schon jetzt sei die Verkehrsbelastung sehr groß. Wenn künftig noch mehr Schulkinder und dazu noch Kindergartenkinder zum Schulgelände müssen, sei das kaum noch machbar.

Daneben führte der Bürgermeister aber auch aus, dass die aktuellen Planungen nicht unbedingt die wirtschaftlichsten für die Gemeinde seien: Würde man dem Landkreis alleine den Schulbau überlassen und das alte Sportgelände zur Wohnbebauung freigeben, könnte ein Kindergarten an einer anderen Stelle errichtet werden. Das würde jedoch mehr Zeit erfordern, und auch der pädagogische Nutzen wäre kleiner.

"Wir machen das, weil der Kindergarten in Alten-Buseck überfüllt ist - es ist ein Riesenproblem, einen Betreuungsplatz zu bekommen", sagte Simon Abresch (SPD). Derzeit fehlen 18 Betreuungsplätze alleine in Alten-Buseck.

Auch Ausschussvorsitzender Kay-Achim Becker sah das Problem der noch fehlenden Unterlagen: "Mit den Unterlagen, die hier heute vorliegen, wird es uns schwer fallen, eine sinnvolle Entscheidung zu treffen", sagte er. Deshalb wurde mit fünf Stimmen von CDU und FW mehrheitlich beschlossen, die Entscheidung über den Punkt zurückzustellen, bis alle Unterlagen vorliegen. Am Donnerstag steht dazu die Entscheidung der Gemeindevertretung an.

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