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Erzieherin als »Türöffner«

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Von: Siglinde Wagner

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Das »gestellte« Foto mit den Minis und ihren Betreuern Torben Lippert, Maja Kauer und Sibylla Lesniak (v. l.) soll einige Aufgaben der Feuerwehr wie Löschen, Tierrettung, das Beherrschen von Knoten und den Umgang mit dem D-Strahlrohr zeigen. © Siglinde Wagner

Buseck (siw). Die Minifeuerwehr in Oppenrod boomt. Dies belegen die Zahlen, die die neue Minifeuerwehrwartin Maja Kauer zur Jahreshauptversammlung präsentierte. Waren es 2021 noch sechs Kinder, so sind es jetzt 15. Davon 14 Neuzugänge. Fünf Zehnjährige haben altersbedingt die Minis verlassen. »Zwei wechselten zur Jugendfeuerwehr, die anderen drei überlegen noch«, berichtete Kauer.

Auch die Anzahl der Betreuungskräfte ist gestiegen. Die derzeit sieben Jungen und acht Mädchen werden von Maja Kauer, Sibylla Lesniak, Torben Lippert, Lara Lenz und Sarah Girnhard »an die Hand genommen«. Einige Nachrücker stehen in den Startlöchern wie etwa Max, der am vergangenen Samstag bereits an der theoretischen Unterweisung teilnahm. Er möchte gleich nach seinem sechsten Geburtstag im Mai loslegen. Zum Schnuppern sind Fünfjährige willkommen, müssen jedoch eine erwachsene Begleitperson dabeihaben.

Der Boom in Oppenrod kommt nicht von ungefähr. Maja Kauer ist Erzieherin in der Kita »Pusteblume«, die sich Wand an Wand zum Feuerwehrgerätehaus befindet. Maßgeblich ist diese räumliche Nähe jedoch nicht, sondern vielmehr ist es der persönliche Bezug zur Erzieherin, der die Schwellenangst zum Eintritt in die Minifeuerwehr nimmt. »Wenn die Sechsjährigen zu uns kommen, sind da noch Sieben- und Achtjährige, die sie schon aus der Kita kennen. Auch das macht das Ankommen leichter«, so die Pädagogin. Natürlich sitzt Kauer an der »Quelle«, kann den Kleinen schon frühzeitig Geschmack auf »Feuerwehr« machen. Als Erzieherin und Einsatzkraft ist sie Vorbild, Uniform oder Feuerwehrkleidung beeindrucken zudem.

»Die Kinder staunten nicht schlecht, wie schwer die komplette Ausrüstung ist«, erzählt Torben Lippert. »Heute haben wir wieder den Notruf geübt. Das kann man gar nicht oft genug machen«, erklärt Sibylla Lesniak. Das muss in Fleisch und Blut übergehen. Selbst Erwachsene sind im Ernstfall häufig nicht in der Lage, die »fünf Ws« zu berücksichtigen. Also: Wer ruft an? Was ist passiert? Wo? Wie viele Verletzte? Warten auf Rückfragen. Auch wird anstatt die 112 für die Feuerwehr und den Rettungsdienst oft die 110 der Polizei angerufen.

Weitere Betreuer gesucht

Die Minifeuerwehr trifft sich im dreiwöchigen Turnus jeweils samstags in der Zeit von 10.30 bis 12 Uhr im Gerätehaus. Das nächste Mal am 11. Februar. Bis die Betreuer aufgeräumt, die Tafel im Schulungsraum gewischt, den Fußboden gekehrt oder nach Bedarf geputzt sowie die Fragen der Eltern beantwortet haben, ist es gegen 12.30 Uhr.

Für Kauer, Lesniak und Lippert bedeutet es jedoch nicht, dass dann eine dreiwöchige Pause ihres ehrenamtlichen Dienstes in der Feuerwehr folgt. Die genannten Ehrenamtler unterstützen nämlich Jugendfeuerwehrwart Lars Becker bei seinen Aufgaben und sind zudem in der Einsatzabteilung aktiv.

Doch nicht nur in Oppenrod hat die Minifeuerwehr starken Zulauf bekommen. Das trifft auf die anderen Ortsteile ebenso zu. »Nach Corona sind es gefühlt viel mehr Kinder als vorher«, konstatiert der »bestellte« Gemeindebrandinspektor Torsten Nicolai. »Das ist zwar höchst erfreulich, bloß manchmal sind nicht genügend Betreuer vorhanden. Ein Betreuer für fünf Kinder wäre ideal.« Engpässe führen dazu, dass interessierte Kinder sich etwas gedulden müssen, falls sie nicht gleich aufgenommen werden können. FOTO: SIW

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