pax_1114freibad_170721_4c
+
Der Busch soll bald für Badegäste Platz machen: Mit Glück könnte die Freibadreaktivierung innerhalb von zwei Jahren gelingen.

Erster Badetag rückt näher

  • VonConstantin Hoppe
    schließen

Buseck (con). Schleppend - anders lässt sich der Verlauf der letzten Sitzung der Busecker Gemeindevertretung wohl nicht beschreiben. Nach dem Start der Sitzung am Donnerstagabend um 19.30 Uhr sollte es noch rund anderthalb Stunden dauern, bis der erste inhaltliche Tagesordnungspunkt starten konnte.

Das war dann auch noch einer, der schon längst erledigt sein sollte: Die Wahl des Vertreters zum Sparkassenzweckverband Gießen wurde aus formellen Gründen bemängelt und musste wiederholt werden. Zur Wahl standen erneut Busecks amtierender Bürgermeister Dirk Haas (SPD) und der von den Freien Wählern vorgeschlagene ehemalige Bürgermeister Erhard Reinl. Das Ergebnis der Wahl änderte sich durch den erneuten Wahlgang jedoch nicht: Mit 19 gegen zwölf Stimmen setzte sich Reinl mit den Stimmen der CDU und FW gegen Dirk Haas durch.

Auch danach kehrte kein Frieden ein. Direkt nach der Wahl gab es mit den Stimmen von CDU, FW und Grünen eine Änderung der Tagesordnung und die Abstimmung über die erneute Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Verwaltung. »Es haben sich nach dem Ergebnis des ersten Ausschusses weitere Erkenntnisse ergeben«, erklärte Moritz Mattern (CDU). Der Antrag wurde anschließend mit 19 Jastimmen, zehn Gegenstimmen der SPD und vier Enthaltungen (Grüne) beschlossen.

Einmal mehr wurde über die Neugestaltung der Wieseckinsel samt Renaturierung und Freibadsanierung diskutiert. Ein Änderungsantrag der CDU und FW-Fraktionen löste die Diskussion aus. Denn die Fraktionen hatten kurzfristig entschieden, dass man die zeitlich separate Entwicklung der an das Freibad angrenzenden Flussterrasse, der Kneippanlage, des Kräutergartens und der Kleinmühle sowie die Einsetzung einer Arbeitsgruppe samt Bürgerbeteiligung mit in die Vorlage aufnehmen müsse.

Dieser Antrag ging jedoch erst gegen 15.45 Uhr auf der Gemeinde ein, die Vorsitzenden der Fraktionen in der Gemeindevertretung erhielten ihn erst direkt vor der Sitzung und viele der Gremiumsmitglieder hatten keine Zeit, ihn zu lesen - darunter auch Mitglieder der Freien Wähler.

Auch wenn letztlich nichts Besonderes in dem erneuten Antrag enthalten war - alle genannten Punkten wurden bereits im Februar beschlossen - sorgte der Antrag für Ärger und lange Diskussionen: »Ich halte das Papier der FW und CDU für ein Interludium - für einen Versuch von CDU und FW sich weiter in Sachen Freibad zu profilieren. Das ist einfach nur Wichtigtuerei«, bezog Markus Spitzner (Grüne) Stellung.

Vonseiten der SPD äußerten Roland Kauer und Nobert Weigelt Kritik an dem zeitlichen Ablauf des Antrags: »Es ist ja kein Zufall, dass Anträge so kurzfristig vorgelegt werden - das kam schon häufiger vor. Besserung wurde gelobt, aber es ist nichts passiert.« Eine berechtigte Kritik, denn solche Fälle gab es in der Vergangenheit schon häufiger und immer wieder wurde versprochen, Anträge früher einzureichen, dies aber einmal mehr nicht eingehalten.

Vonseiten der FW und der CDU konnte man die Aufregung jedoch nicht nachvollziehen: »Es ist uns wichtig, dass es eine Gesamtkonzeption gibt, und auch eine weitere Bürgerbeteiligung soll erfolgen«, begründete Frank Müller (CDU) den Antrag.

Von Dominik Panz (CDU) folgte kurz darauf eine Aussage, die den Abend (und die aktuelle Situation in der Busecker Gemeindevertretung) gut zusammenfasste: »Ich hatte gehofft, dass wir das heute Abend erledigen könnten, ganz ohne Hahnenkämpfe und Heldengesänge, wer was geschafft hat.«

Nach einer längeren Sitzungsunterbrechung und erneuter Beratung kam es dann jedoch noch zu einer Überraschung: Im gemeinsamen Gespräch schafften es alle Fraktionen, sich auf eine textliche Festsetzung zu einigen, die von (nahezu) allen Gemeindevertretern mitgetragen werden konnte. Aus dem Änderungsantrag der CDU und FW wurde so ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen, der schließlich die einstimmige Zustimmung aller erhielt - lediglich Willy Jost (SPD) nahm demonstrativ nicht an der Abstimmung teil.

Im Anschluss war die Erleichterung bei allen deutlich zu spüren: Mit dem Freibad auf der Wieseckinsel ist ein großes Thema der vergangenen Jahre endlich einen großen Schritt weiter, und hier können nun die Arbeiten zeitnah beginnen, sodass hier vielleicht in zwei Jahren endlich wieder geschwommen werden kann.

Da nun die Uhr bereits auf 23.15 Uhr vorgerückt war, wurde die Sitzung beendet und der Vorsitzende Eckhard Neumann rief nur noch einen Dringlichkeitsantrag von Uwe Kühn (FW) auf: Mit diesem soll der Umweltpreis der Gemeinde Buseck aufgewertet werden. Der Dringlichkeitsantrag wurde sofort einstimmig beschlossen. Danach war Sitzungsende.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare