Ernst-Ludwig Stephan (5. v. l.) hat 10 000 Euro für das Einsiedlerhäuschen gespendet. FOTO: SIW
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Ernst-Ludwig Stephan (5. v. l.) hat 10 000 Euro für das Einsiedlerhäuschen gespendet. FOTO: SIW

Einsiedlerhäuschen ist zurück

  • vonSiglinde Wagner
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Buseck(siw). Seit Wochen wartete ein Fundament im Busecker Schlosspark auf seinen Einsatz. Nun steht auf ihm das Einsiedlerhäuschen. Es wurde jetzt offiziell vom Freundeskreis Busecker Schlosspark an die Gemeinde übergeben.

Freundeskreisvorsitzender Erhard Reinl sagte, dass im Zuge des Schlossumbaus 1850/1860 der barocke Garten in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet wurde. Zu dessen typischen Attributen gehöre ein Einsiedlerhäuschen. Dieses stand im Schlosspark in der Nähe des Baches auf großen Natursteinen. Ein hölzerner Bau, verkleidet mit Rindenplatten. Das Dach war mit Schieferplatten gedeckt, der Boden mit rotem Klinker befestigt.

Ursprünglich befand sich das Einsiedlerhäuschen etwa zehn Meter nördlich vom jetzigen Standort. Die Bodenbefestigung aus Natursteinen ist an dieser Stelle heute noch sichtbar. Der alte Standort wurde mit Rücksicht auf Flora und Fauna aufgegeben.

Das neue Häuschen wurde nach alten Fotodokumenten, den Beschreibungen im Parkpflegewerk und nach münd- lichen Überlieferungen möglichst nahe am historischen Vorbild erstellt. Einst saß in dem Pavillon ein hölzerner, hellgrau gestrichener Einsiedler auf einer Bank an einem Steintisch. Andernorts hätten in solchen Hüttchen echte Menschen gelebt, die eigens dafür angestellt wurden: Um die Eigentümer der Parks und deren Gäste zu unterhalten, mussten sie sich zu bestimmten Tageszeiten blicken lassen.

"Ich bin dankbar, dass der Verein derartige Projekte auf den Weg bringt", sagte Bürgermeister Dirk Haas. Geplant ist nun eine Anbindung des Einsiedlerhäuschen an das Wegenetz.

Die Übergabe fand aufgrund der Pandemie nur im kleinen Kreis mit Vorstandsmitgliedern, Vertretern der Gemeinde sowie Martin Stein und Thomas Hahn statt. Die beiden ortsansässigen Firmenchefs hatten die Arbeiten zu einem Freundschaftspreis ausgeführt. Die Finanzierung ist über Spenden erfolgt. Die nicht projektgebundene Spende der Volksbank Mittelhessen von 5000 Euro trug dazu bei.

Keine Bushaltestelle

Besonderer Dank galt Ernst-Ludwig Stephan, der das Projekt mit 10 000 Euro unterstützte. "In Großen-Buseck bin ich geboren. Mein Heimatort hat mir immer viel bedeutet und viel gegeben", sagte er. Hier grüßt man mich, hier kann ich an jeder Ecke ein Schwätzchen halten. Das tut mir gut." Obwohl er seit 1986 in Alten-Buseck wohnt, zieht es ihn immer wieder hierher.

Mit seiner Spende wollte er seinem Heimatort etwas zurückgeben. Was aus dem Park geworden ist, das findet Stephan einfach toll. Als der Freundeskreis von der Spendensumme hörte, habe es dem Kassierer die Sprache verschlagen. Schmunzelnd meinte Stephan: "Ich bin gespannt, wann hier die ersten Leute stehen, um auf den Bus zu warten."

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