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Andreas Schaper (l.) und Bürgermeister Dietmar Kromm am Schild in Reiskirchen.

Eindeutiges Bekenntnis

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Buseck/Reiskirchen (pm). Eine Taube mit bunten Federn, eingerahmt von dem Schriftzug »Toleranz im Wiesecktal«, prangt seit vergangener Woche an den Ortseingängen von Reiskirchen. In Buseck hängen die Schilder bereits seit Juli. Darunter verkünden die Schilder das Selbstbekenntnis der Gemeinden: »Ort der Vielfalt, Demokratie und Toleranz«. Entworfen wurde das Motiv der Schilder ursprünglich durch einen Kunstkurs der Clemens-Brentano-Europa-Schule.

Inzwischen prangt es an zahlreichen Ortseingängen im Gießener Nordkreis.

Strafanzeige gegen Diebe in Bollnbach

»In Zeiten, in denen rechtspopulistische Hassreden zunehmend in Terrorakte wie denen in Halle und Hanau umschlagen, tun wir gut daran, uns auf die Grundwerte zu besinnen, die unsere Gesellschaft zusammenhalten: Vielfalt, Demokratie und Toleranz«, erklärte Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm anlässlich der Schilderaufstellung an den Ortseinfahrten von Buseck und Reiskirchen. Sein Busecker Amtskollege Dirk Haas ergänzt: »Während Rechtspopulisten für Angst, Hass und Gewalt plädieren, laden wir dazu ein, an einer Gesellschaft mitzuwirken, die auf Mitgefühl, Solidarität und Frieden durch Verständigung setzt.«

Einen Akt der Solidarität stellt indes die Aufstellung der Toleranzschilder selbst dar. Schließlich wurden im November 2020 ähnliche Ortsschilder in Allendorf/Lumda kurz nach ihrer Aufstellung, von Unbekannten abmontiert und gestohlen. Inzwischen wurden diese bereits erneuert (die GAZ berichtete). Mit der Aufstellung der Schilder sende man auch ein Zeichen der Solidarität nach Allendorf, so Kromm und Haas.

Zwischenzeitlich wurde in Bollnbach eines der gerade aufgestellten Schilder entwendet. Kromm unterstrich: »Wir werden nicht zulassen, dass eine Minderheit mit solchen kriminellen Aktionen unsere Gesellschaft spaltet.« Die Gemeinde Reiskirchen habe bereits Strafanzeige gegen unbekannt erstattet.

Finanziert werden die Toleranzschilder durch das im Rahmen des »Demokratie leben!«-Programms vom Bundesfamilienministerium geförderte Demokratieförderprojekt »Dabeisein in den Gießener Lahntälern«. Andreas Schaper vom federführenden Amt von »Dabeisein« sicherte bereits die Finanzierung für den Nachdruck der Schilder zu. Und: Entsprechende Aufkleber sind ab 23. August im Rathaus und weiteren öffentlichen Orten kostenfrei erhältlich.

»Ich bin froh, dass der Schilderdiebstahl in Allendorf letztlich nur dazu geführt hat, dass sich das Toleranzmotiv nun über das Lumdatal hinaus verbreitet und sich die Menschen bewusst mit dessen Botschaft auseinandersetzen, statt nur daran vorbeizufahren«, so bekräftigte der Allendorfer Bürgermeister, Thomas Benz. Denn Schilder seien nur Schilder. Worauf es jedoch ankomme, sei die Bereitschaft der Menschen, sich für diese Werte einzusetzen. FOTO: PM

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